Donnerstag, 21. Juli 2016

Österreich kann bei Bedarf 100 Kilometer langen Grenzzaun bauen

Während die EU weiter um eine europäische Lösung der Flüchtlingsfrage ringt, gehen die nationalstaatlichen Maßnahmen zum Schutz der Grenzen weiter. Beispiel: Österreich. Dort liegt der nächste Zaun bereit.

Ein striktes Grenzmanagement gehört seit 2016 zur Linie der rot-schwarzen Regierung in Wien.
Ein striktes Grenzmanagement gehört seit 2016 zur Linie der rot-schwarzen Regierung in Wien.

Österreich hat für den Fall einer erneuten Zuspitzung der Flüchtlingskrise die Vorbereitungen für einen bis zu 100 Kilometer langen Grenzzaun zu Ungarn abgeschlossen. Mit Hunderten von Grundstückeigentümern seien entsprechende Verträge unterschrieben worden, teilte ein Sprecher der Polizeidirektion Burgenland in Eisenstadt auf dpa-Anfrage mit. Sollte die Zahl der Flüchtlinge zunehmen, könne der Zaun in kürzester Zeit aufgebaut werden. „Er liegt bereit.“

Die mögliche Grenzbefestigung würde sich jeweils auf einen 50 Kilometer langen Streifen im Norden und im Süden des Burgenlands erstrecken. Das Bundesland hat eine insgesamt 300 Kilometer lange gemeinsame Grenze mit Ungarn. Aktuell kommen via Ungarn schätzungsweise nur etwa 20 bis 30 Flüchtlinge täglich ins Land.

Brenner-Pläne derzeit auf Eis

Ein striktes Grenzmanagement gehört seit 2016 zur Linie der rot-schwarzen Regierung in Wien. Das Land will in diesem Jahr höchstens 37.500 Menschen zum Asylverfahren zulassen. Auch ein Grenzzaun am Brenner war vor einigen Monaten noch in Planung. Seit Italien aber die meisten Flüchtlinge bereits auf der Anreise zum Brenner aus den Zügen holt, liegen hier die Pläne auf Eis.

dpa/stol

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