Montag, 12. September 2016

Österreich unterstützt Italien bei erbebensicherem Bauen

Das Thema sicheres Bauen ist in Italien nach dem schweren Erdbeben am 24. August mit 295 Toten besonders aktuell. Jetzt wird die Forschungsarbeit an der Universität Trient mit österreichischer Unterstützung verstärkt.

Das Ziel ist es, den modernen Holzbau in Italien mittel- und langfristig stärker zu verankern.
Das Ziel ist es, den modernen Holzbau in Italien mittel- und langfristig stärker zu verankern. - Foto: © shutterstock

Der italienische Experte Ivan Giongo widmet sich ab sofort als zusätzlicher wissenschaftlicher Mitarbeiter der Untersuchung des Verhaltens von Holzkonstruktionen – insbesondere im Fall von Erdbeben. Die neue Planstelle der Universität Trient, Fakultät für Ingenieurswesen, wird von proHolz Austria und dem italienischen Verband FederlegnoArredo gemeinsam finanziert.

Einsatz von Holz bei Bestandsbauten

Giongo soll Methoden für die Sicherheitsbewertung der Tragfähigkeit von Holzkonstruktionen sowie für die Planungs- und Prüfmodalitäten erarbeiten, berichtete proHolz Austria. Dabei geht es nicht nur um Neubauten, sondern auch um den Einsatz von Holz bei Bestandsbauten bzw. die Sanierung von bestehenden Holzbauteilen.

Die Forschungsarbeit wird von einer Strategiegruppe mit Vertretern der österreichischen und der italienischen Industrie begleitet. ProHolz Austria fördert seit Jahren den Ausbau der Holzbau-Kompetenz in Italien und setzt Ausbildungsinitiativen um.

Österreich hat viel Erfahrung

Nach dem schweren Erdbeben in Mittelitalien im August will die italienische Regierung die Obdachlosen innerhalb eines Monats in Wohneinheiten unterbringen. Die Regierung bevorzugt dabei die Holzbauweise, wovon die österreichische Holzwirtschaft profitieren könnte.

Denn Österreich hat nach den Erdbeben in L'Aquila 2009 und in der Region Emilia Romagna 2012 viel Erfahrung mit mehrgeschossigen Holzbauten in Erdbebengebieten gesammelt. Die moderne Holzbautechnik, bei der vorgefertigte verleimte Bauelemente verwendet werden, eignet sich besonders gut für Erdbebengebiete.

apa

stol