Sonntag, 22. Mai 2016

Österreich-Wahlen: Hofer (noch) knapp vorne

Die Entscheidung der Bundespräsidentschaftswahl wird erst am Montag nach Auszählung der Briefwahlstimmen feststehen, das vorläufige amtliche Endergebnis liegt nun aber bereits vor. Demnach liegt Norbert Hofer knapp vorne, laut Hochrechnungen dürfte aber Alexander Van der Bellen das Rennen machen.

Norber Hofer (rechts im Bild) liegt knapp vor Alexander Van der Bellen.
Norber Hofer (rechts im Bild) liegt knapp vor Alexander Van der Bellen. - Foto: © APA

In der Urnenwahl vom Sonntag konnte sich FPÖ-Kandidat Norbert Hofer mit 51,9 Prozent knapp vor Alexander Van der Bellen mit 48,1 Prozent durchsetzen.

Allzu aussagekräftig ist das vorläufige Endergebnis nicht, denn es wurden so viele Wahlkarten wie noch nie ausgegeben – exakt 885.437, das sind fast 14 Prozent der 6,382.507 Wahlberechtigten.

Ein guter Teil davon wird erst morgen ausgezählt. Die Hochrechner der ARGE Wahlen gehen davon aus, dass fast 700.000 der Wahlkarten auf postalischem Weg abgeben wurden und nicht im Wahllokal – und diese werden erst am Montag ausgezählt. Wer der achte gewählte Bundespräsident der Zweiten Republik wird, sollte zwischen 17.00 und 19.00 Uhr feststehen. 

Van der Bellen nach Hochrechnung vorne

Die Hochrechner gehen davon aus, dass mit der Briefwahl das Ergebnis noch zu Gunsten von Van der Bellen gedreht wird. 

Die Briefwahlschätzungen unterscheiden sich nur im Vorsprung, den die Hochrechner für Van der Bellen im endgültigen Gesamtergebnis sehen: Andreas Kohlsche vom Institut für Wahl-, Sozial- und Methodenforschung in Kaufbeuren sieht den Grün-Kandidaten letztlich um 6.000 Stimmen vor Hofer, die ORF-Hochrechner von SORA um 2.888 Stimmen.

Die ARGE Wahlen hat berechnet, wie die Briefwahl zumindest ausgehen muss, damit Van der Bellen gewinnt: 60,2 Prozent müsste Van der Bellen demnach bei den Briefwählern holen, womit 39,8 für Hofer blieben.

Steigende Wahlbeteiligung 

Die Wahlbeteiligung der Urnenwahl vom Sonntag lag bei 60,7 Prozent und wird laut Hochrechnern mit den Wahlkarten auf rund 72 Prozent steigen.

Gegenüber der letzten Präsidentschaftswahl vom Jahr 2010 gab es einen deutlichen Anstieg: Damals nahmen nur 53,6 Prozent ihr Wahlrecht in Anspruch. Beim ersten Wahlgang schritten 68,5 Prozent der Wahlberechtigten zu den Urnen.

apa

stol