<b>Von Edith Runer</b><BR /><BR />Dass er bald 85 wird, sieht man Peter Schröcksnadel nicht an. Und er verhält sich auch nicht wie ein Rentner. Beim Online-Gespräch wirkt er tatenlustig und neugierig bis in die Haarspitzen. Zwar hat er die ÖSV-Präsidentschaft 2021 abgegeben und sein Sohn Markus führt größtenteils die von ihm gegründeten Unternehmen. Doch als Zaungast im Zielbereich und als Aufsichtsratsvorsitzender der Unternehmensgruppe ist er nach wie vor am Ball. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1268661_image" /></div> <BR />Olympia? „Logisch, das schaue ich mir live an“, verrät er. Selbstverständlich gehe er auch noch Skifahren. Am liebsten mit guten Freunden und in einem der unternehmenseigenen Wintersportgebiete. „Hochkössen zum Beispiel – da fühl' ich mich wohl.“ <BR /><BR />Hin und wieder fährt er auch in Schnals Ski, wo er vier Jahre lang an den Gletscherbahnen beteiligt war.<h3> Sportler- und Erfindergeist</h3>Auf dem PC-Bildschirm ist hinter Peter Schröcksnadel in einer Ecke ein Paar Ski mit seinem Namenszug zu erkennen. „Die habe ich für 30 Jahre als ÖSV-Präsident geschenkt bekommen“, erklärt er. Sie seien ihm aber zu schade für die Piste. Verständlich, denn einer wie er legt den Wettkampfmodus nicht so schnell ab. Dabei war er selbst nie als Rennläufer im Weltcup-Zirkus unterwegs. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1268664_image" /></div> <BR />„Meine Eltern haben es damals nicht erlaubt.“ Seinen Traum, zu den Besten zu gehören, hat er sich später mit FIS-Master-Rennen erfüllt. Er war sogar Weltmeister im Riesentorlauf. Tennis und Fußball spielte er auch, doch daheim war er immer im alpinen Skisport.<BR /><BR /> Sich immer neue Ziele zu setzen, gehört zu Peter Schröcksnadels Charakter. Und sie zu erreichen, auch. Wie sonst hätte er sich unternehmerisch derart breit aufstellen können? Erfinderisch ist er überdies. <BR /><BR />Anfang der 1970er-Jahre nutzte er erstmals Elektronik zur Ortung von Lawinenopfern und entdeckte bei zwei riesigen Lawinenabgängen in Sulden und am Brenner die verschütteten Autowracks. Auch das Wetterpanorama-Fernsehen geht auf seine Idee zurück: „Ich wollte zeigen, dass man auf dem Berg Skifahren kann, auch wenn im Tal kein Schnee ist und Nebel herrscht.“ <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1268667_image" /></div> <embed id="dtext86-73247689_listbox" /><h3> Jeder Wurf eine Chance</h3>Peter Schröcksnadel eckt mitunter an und ist gewiss nicht jedermanns Freund. Doch er hat auch eine leise Seite. Schon in seiner Jugend verschrieb er sich dem Fliegenfischen – eine Passion, die ihn nie wieder losließ und die ihn vieles gelehrt hat: „Ein Fischer lebt von der Hoffnung. Wenn er die Angel 50-mal umsonst auswirft, könnte der Fisch beim 51. Mal anbeißen. Jeder Wurf birgt also eine neue Chance. Und genauso ist es im Leben.“ <BR /><BR />Durchhalten, selbst wenn es aussichtslos scheint – diese Haltung habe er auch den Sportlern immer mitgegeben: „Schon der nächste Anlauf könnte den Sieg bedeuten.“<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1268670_image" /></div> <BR />In vielen Ländern der Welt hat Peter Schröcksnadel seine Angel ausgeworfen. Sein Fischerherz ist dabei in Kanada hängengeblieben. Dort, wo die Natur noch Abenteuer und nicht selten Gefahren birgt, hat er eine zweite Heimat gefunden. In British Columbia besitzt er ein Blockhaus im Okanagan Valley, wo er im Sommer oft mehrere Wochen verbringt.<h3> Buch und Projekte</h3>Aus der Angelleidenschaft entstand im vergangenen Jahr sogar ein Buch, das er gemeinsam mit seinem Fischerfreund Max Mahdalik geschrieben hat. <BR /><BR />„Im Namen der Flüsse“ ist Bildband und Lesebuch zugleich. Der Untertitel „Geschichten über das Leben, das Fliegenfischen und die Zukunft der Bachforelle“ verweist bereits auf eines von Peter Schröcksnadels aktuellen Herzensprojekten. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1268673_image" /></div> <BR />2023 gründete er die Naturschutzorganisation River and Nature Trust, „weil die Fische im Gegensatz zu Otter oder Kormoran keine starke Stimme haben“, wie er sagt. Vieles in der Natur sei aus der Balance gekommen, aber der Schutz der „Sichtbaren“ auf Kosten der „Unsichtbaren“ sei keine Lösung. Gemeinsam mit Behörden ist es dem Verein letzthin gelungen, mehrere Programme auf die Beine zu stellen, insbesondere zur Wiederansiedlung von Bach- und Urforelle.<BR /><BR />Schröcksnadels zweites Herzensprojekt ist die Krebsforschung. Auch sie hat indirekt mit dem Fischen zu tun. In Vancouver war er vor Jahren dringend auf medizinische Hilfe angewiesen, wurde gerettet, bedankte sich später beim behandelnden Arzt und erklärte sich bereit, ein Krebsforschungsprojekt finanziell zu unterstützen. <BR /><BR />Aktuell befindet sich eine Antikörpertherapie in der Testphase. Parallel geht es in der Forschung um die frühzeitige Tumorerkennung über das Blut. „Noch sind wir nicht am Ziel, aber es wird klappen.“ Wem, wenn nicht Peter Schröcksnadel, sollte man das glauben?<BR /><BR /><embed id="dtext86-73247684_listbox" />