Gemeinderat Werner Thaler hatte in der Sitzung des Gemeinderates angezweifelt, dass jemals für das Grab eine Gebühr bezahlt worden sei. 1936 erhielt Tolomei die Genehmigung zum Bau seines zukünftigen Grabes, 1947 wurde es erstmals gesprengt, 1952 wurde er dann dort begraben. Über diese lange Zeitspanne hinweg ist es sehr wahrscheinlich, dass die Verpflichtung vergessen worden ist. Demnach ist das Grabnutzungsrecht, so oder so, verfallen, so Thaler.Baurechtlicher Aspekt ungeklärt"Nicht geklärt wurde der baurechtliche Aspekt für den Bau des Grabes. Zwar gab es im Jahr 1936 eine Genehmigung, doch ist nicht geklärt, ob es auch in den Folgejahren (1957 und 1979) eine Baukonzession oder ähnliches gegeben hat, nachdem das Grab durch die Sprengungen neu errichtet werden musste. Diesen Umstand will Gemeinderat Thaler noch näher prüfen lassen", schreibt Thaler. Gemeinde stellt neue Konzession aus"Jedenfalls, so geht aus der Antwort der Bürgermeisterin hervor, will die Gemeindeverwaltung die Konzession für das Tolomei-Grab an die Familie Motta verlängern bzw. ausstellen und eine Konzessionsgebühr von 1.200 Euro für die nächste 20 Jahre verlangen. Ob rückwirkend eine Gebühr verlangt wird, geht aus dem Schreiben nicht hervor", so Thaler. Die Symbolik des Grabes muss wegThaler fordert, dass der Sarkophag entfernt wird. "Tolomei selbst ist einige Meter tiefer in der Betonmauer begraben und würde davon unberührt bleiben. Bis die Arbeiten angegangen werden, soll eine Tafel errichtet werden, welche an den italienischen Nationalisten und seinen Hasstiraden gegen die Tiroler Bevölkerung erinnern. Jedenfalls kann das Grab nicht mehr länger undokumentiert so stehen bleiben", betont er. Kuriosum am Rande:Heute trägt das Tolomei-Grab die Aufschrift "Ettore Tolomei". Ursprünglich war von ihm selbst eine lateinische Aufschrift gewählt worden: "Summo impluvio Athesis redempto / Patriae finibus ad Alpium juga porrectis / Perfecto opere recumbo" (Übersetzt: Nachem das oberste Wasserbecken der Etsch erlöst ist, nachdem die Grenzen des Vaterlandes bis zu den Jöchern der Alpen ausgedehnt sind, nachdem ich mein Werk vollendet habe, liege ich nun hier). "Vermutlich kamen ihm dann doch Zweifel, ob er da nicht zu hoch gegriffen habe. Heute findet sich am Grabmal jedenfalls nur die Inschrift ETTORE TOLOMEI", vermutet Thaler. Werner ThalerGemeinderat der Süd-Tiroler Freiheit in MontanSÜD-TIROLER FREIHEIT, Bozen