Nach einem „Probewohnen“ im Spätherbst 2023 und einer Abstimmung in der Klostergemeinschaft erklärte sich Stift Heiligenkreuz im Frühjahr bereit, auf Säben eine Niederlassung zu errichten. Vorerst kommt aber nur P. Kosmas auf den Heiligen Berg Tirols. Wie er dort lebt, wer seine Begleiterin ist und was er auf Säben plant, hat er im Gespräch mit s+ erzählt. <BR /><BR />Unter den Heiligenkreuzer Mönchen, die im November und Dezember des Vorjahres auf Säben in einer Art Probezeit lebten, war auch P. Kosmas Thielmann. 1966 in Essen im Ruhrgebiet geboren, hatte er nach den Studien von Medizin und Rechtswissenschaften Lehraufträge an mehreren Universitäten. 2003 trat er der Gemeinschaft von Heiligenkreuz bei. Er wirkte in mehreren Pfarreien in Niederösterreich, lehrte Moraltheologie an der Hochschule seiner Klostergemeinschaft. In dieser Woche übersiedelt er nach Säben – als Pilgerseelsorger, wie der offizielle Auftrag der Diözese lautet.<BR /><BR />Allerdings wird es vorerst keine klösterliche Gemeinschaft auf dem Felsen über Klausen geben – P. Kosmas kommt allein. „Unsere Gemeinschaft kann im Augenblick nicht weitere Brüder entsenden“, sagt er und verweist auf die vielen pfarrlichen Verpflichtungen und 2 Neugründungen seiner Gemeinschaft. Es bestehe aber die Hoffnung, dass Abt Maximilian Heim im kommenden Jahr „einen oder 2 Mitbrüder nachsenden kann.“<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1067220_image" /></div> <BR /><BR />Der „Pionier“ P. Kosmas wird auf Säben im Klausurbereich leben und sich selbst versorgen. „Ich koche gerne“, verrät er. Auch Wäsche und Putzarbeit seien kein Problem. Und ganz allein ist er dann doch nicht: Seine treue Hundedame Coco – mittlerweile 14 Jahre alt – leistet ihm Gesellschaft und hilft sogar in der Seelsorge, wie der humorvolle Ordenspriester sagt: „Wenn ich mit Coco einen Spaziergang mache, sprechen mich Menschen vielleicht leichter an als wenn ich im Ordenshabit allein unterwegs bin.“ Gelegenheiten, Coco und sein geistliches „Herrchen“ zu treffen, werden die Gläubigen auch in den Pfarreien Klausen, Gufidaun, Waidbruck, Kollmann, Latzfons und Feldthurns haben, denn P. Kosmas hilft dort in der Seelsorge aus. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1067223_image" /></div> <BR /><BR />Welche Pläne hat er für den „geistlichen Ort“ Säben mitgebracht? Im Grunde keine, gibt der Zisterzienser offen zu. Entscheidend sei, was die Menschen dort oben brauchen und ob sie Säben zu einem lebendigen Ort machen. „Die vielen Gläubigen, die im Vorjahr bei unserem Probewohnen zu uns kamen und mit uns sprachen und beteten, sind ein Hoffnungszeichen“, sagt P. Kosmas. <BR /><BR />Auf jeden Fall werde täglich um 11.30 Uhr eine hl. Messe gefeiert, dazu gebe es Möglichkeit zur Aussprache und zum Empfang des Bußsakraments. „Der Herrgott hat sicher einen Plan für Säben und ich gehe davon aus, dass wir ihn erkennen“, sagt der Ordensmann, der am 1. September ein neues Kapitel der jahrhundertelangen Geschichte von Säben aufschlägt.