Donnerstag, 01. September 2016

„Oxfam“: G-20-Staaten stehen vor „Bewährungsprobe“

Die G-20-Staaten stehen nach Überzeugung der Entwicklungsorganisation „Oxfam“ auf ihrem Gipfel in China vor einer „großen Bewährungsprobe“. Angesichts der schlechten Weltkonjunktur, wachsender Ungleichheit, der Flüchtlingsströme und des Klimawandels müssten die Industrie- und Schwellenländer beweisen, dass sie wirksam die Probleme der Welt anpacken könnten, forderte Oxfam am Donnerstag.

Viele Staaten wenden sich laut der Entwicklungsorganisation "Oxfam" nach innen.
Viele Staaten wenden sich laut der Entwicklungsorganisation "Oxfam" nach innen. - Foto: © shutterstock

„Es wird doppelt schwer, mehr als 20 unterschiedliche Länder in einer Zeit zur Zusammenarbeit zu bewegen, in der sich viele nach innen wenden und verdrießlich werden oder sogar eine Wirtschaftspolitik verfolgen, die anderen entgegenläuft“, sagte Steve Price-Thomas von „Oxfam“. Die Staats- und Regierungschefs kommen am Sonntag im ostchinesischen Hangzhou zusammen.

Gerechte Steuerregeln gefordert

Die G-20 müsse Steueroasen abschaffen und schädlichen Steuerwettbewerb beenden, forderte Price-Thomas. „Ohne gerechte und transparente Steuerregeln wird die Geldschneiderei der Reichen und Mächtigen noch unverschämter und das künftige Wohlergehen aller bedrohen.“

Die Flüchtlingskrise dürfe nicht an den Rand gedrängt werden. Die reichsten sechs G-20-Staaten, die USA, China, Japan, Deutschland, Frankreich und Großbritannien, beherbergten nur 8,8 Prozent aller Flüchtlinge weltweit, während ärmere Länder mehr als 50 Prozent unterbringen müssten. „Das Treffen ist eine gute Gelegenheit, um einige Korrekturen vorzunehmen“, sagte Price-Thomas.

apa/dpa

stol