Samstag, 19. Mai 2018

Palästinenser demonstrieren an Grenze des Gazastreifens

Vier Tage nach dem Tod dutzender palästinensischer Demonstranten durch Schüsse der israelischen Armee haben am Freitag etwa tausend Menschen entlang der Grenze des Gazastreifens demonstriert. Die israelische Armee erklärte, „rund 1.000 Krawallmacher” hätten sich an der Grenze des Palästinensergebietes versammelt, Steine geworfen und Autoreifen in Brand gesteckt.

Die Proteste werden fortgesetzt Foto: APA (AFP)
Die Proteste werden fortgesetzt Foto: APA (AFP)

”Die Demonstrationen hören nicht auf, bis die Blockade des Gazastreifens komplett aufgehoben ist”, sagte Ismail Hanija, einer der Anführer der im Gazastreifen herrschenden Hamas. Die seit dem 30. März andauernden Proteste gegen Israel würden fortgesetzt. Zugleich wies der Hamas-Anführer Mutmaßungen zurück, Ägypten habe der Öffnung seines sonst praktisch dauerhaft geschlossenen Grenzübergangs zum Gazastreifen während des Ramadans unter der Bedingung zugestimmt, dass die von der Hamas organisierten Demonstrationen aufhören. Dieses „Gerücht” habe „keine Grundlage”, sagte Hanija.

Die erneuten Proteste fanden am ersten Freitag im derzeitigen muslimischen Fastenmonat Ramadan statt. An der Grenze des Gazastreifens waren am Montag bei Protesten anlässlich des 70. Jahrestags der Staatsgründung Israels Dutzende Palästinenser von der israelischen Armee erschossen und mehr als 2.400 weitere teils schwer verletzt worden. International stieß das Vorgehen Israels auf scharfe Kritik. Die Gesamtzahl der Toten vom Montag stieg am Samstag auf 61. Zwei weitere Palästinenser erlagen ihren Verletungen, teilte das Gesundheitsministerium im Gazastreifen mit.

Der UNO-Menschenrechtsrat in Genf entschied am Freitag mit den Stimmen von 29 der 47 Mitgliedstaaten, die tödlichen Schüsse von einer unabhängigen internationalen Kommission untersuchen zu lassen. Sie soll dem Verdacht auf Kriegsverbrechen und andere Menschenrechtsverletzungen nachgehen. Die israelische Regierung weist die Schuld an der Gewalt allein der Hamas zu und verweist auf ihr Recht auf Selbstverteidigung.

apa/ag.

stol