Dienstag, 26. September 2017

Palästinenser erschießt 3 Israelis - Attentäter tot

Ein palästinensischer Attentäter hat drei Israelis im besetzten Westjordanland erschossen. Der Mann habe das Feuer auf Wachleute am Eingang einer Siedlung nahe Jerusalem eröffnet, wie die israelische Polizei am Dienstag mitteilte. Die Sicherheitskräfte hätten den Attentäter getötet. Ein weiterer Israeli wurde schwer verletzt.

Der Angreifer wurde erschossen. - Foto: APA
Der Angreifer wurde erschossen. - Foto: APA

Israels Staatspräsident Reuven Rivlin verurteilte den Anschlag. „Der grausame Terrorangriff zeigt einmal mehr die tägliche Front, an der unsere Sicherheitskräfte in der wichtigsten Mission stehen - die Sicherheit der Bürger Israels zu schützen und zu verteidigen”, schrieb Rivlin auf Twitter.

Der 37-jährige Angreifer stammte aus dem palästinensischen Nachbarort Beit Surik und habe eine Arbeitserlaubnis gehabt, wie eine Polizeisprecherin sagte. Er sei gemeinsam mit anderen Arbeitern auf die Sicherheitskräfte am Eingang der Siedlung Har Adar zugegangen. Als diese ihn kontrollieren wollten, habe er seine Waffe gezogen.

Dorf des Angreifers abgeriegelt

Die Armee riegelte anschließend das Dorf des Angreifers und die Umgebung ab. Palästinenser dürften nach Sicherheitskontrollen und nur aus humanitären Gründen den Bereich verlassen oder betreten, sagte eine Sprecherin.

Die jüdische Siedlung Har Adar befindet sich am Rande des Westjordanlandes, nordöstlich von Jerusalem. Israel hat im Sechs-Tage-Krieg 1967 das Westjordanland erobert und kontrolliert es seither weitgehend. Mittlerweile leben dort rund 420.000 israelische Siedler und 2,9 Millionen Palästinenser.

Der UNO-Sicherheitsrat hatte im Dezember einen vollständigen Siedlungsstopp Israels gefordert. Israelische Siedlungen seien ein großes Hindernis für einen gerechten, umfassenden und dauerhaften Frieden, heißt es in der UNO-Resolution.

40 tote Israelis innerhalb 2 Jahren

Seit Beginn einer Gewaltwelle vor rund zwei Jahren sind bei ähnlichen Attacken mehr als 40 Israelis getötet worden und rund 300 Palästinenser. Die meisten Palästinenser kamen bei ihren eigenen Anschlägen ums Leben.

Als Auslöser der Gewaltwelle galt ein Streit um Nutzungs- und Besuchsrechte auf dem Juden wie Muslimen heiligen Tempelberg. Inzwischen hat die Gewalt aber eine Eigendynamik entwickelt. Das UNO-Nothilfebüro Ocha schrieb Ende Mai in einem Bericht zu 50 Jahren israelischer Besatzung: „Die andauernde Besatzung, deren Ende nicht absehbar ist, fördert ein Gefühl der Hoffnungslosigkeit und Frustration, das den Konflikt weiter antreibt.”

apa/dpa

stol