Sonntag, 17. Dezember 2017

Palästinenser nicht mehr zu Treffen mit US-Vermittlern bereit

Die Palästinenser sind nach der US-Anerkennung Jerusalems als israelische Hauptstadt nicht mehr zu Treffen mit US-Vermittlern bereit. Ein Berater des Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas sagte der „Times of Israel“ am Sonntag, der zeitlich nicht begrenzte Boykott betreffe auch den US-Gesandten Jason Greenblatt und den Schwiegersohn des US-Präsidenten Donald Trump, Jared Kushner.

Neue US-Äußerungen zum Status von Jerusalem hatten den Zorn der Palästinenser verstärkt.
Neue US-Äußerungen zum Status von Jerusalem hatten den Zorn der Palästinenser verstärkt. - Foto: © APA/AFP

„Wir werden keinen Vertreter der US-Regierung treffen, um über Frieden zwischen den Palästinensern und Israel zu sprechen“, sagte Madschdi al-Chalidi dem Blatt.

Neue US-Äußerungen zum Status von Jerusalem hatten den Zorn der Palästinenser verstärkt. Ein Sprecher von Abbas wies am Samstag die US-Einschätzung zurück, die Klagemauer in Jerusalems Altstadt werde im Rahmen einer künftigen Friedensregelung Teil Israels bleiben.

Abu Rudeineh: „Werden keine Veränderung der Grenzen akzeptieren“

„Wir werden keine Veränderung der Grenzen des 1967 besetzten Ost-Jerusalems akzeptieren“, sagte Nabil Abu Rudeineh am Samstag. Ein hochrangiger US-Regierungsbeamter hatte am Freitag im Vorfeld einer Reise von Vizepräsident Mike Pence in die Region gesagt: „Wir können uns keine Situation vorstellen, in der die Klagemauer kein Teil Israels wäre.“

Abbas' Sprecher Nabil Abu Rudeineh sagte daraufhin, diese Position bestätige einmal mehr, dass die gegenwärtige US-Regierung kein fairer Vermittler mehr im Friedensprozess sein könne.

Die Klagemauer, ein Überrest der Befestigung des zweiten Jerusalemer Tempels, stellt die heute heiligste Stätte des Judentums dar. Sie liegt am Fuße des Tempelbergs (Al-Haram al-Scharif/Das edle Heiligtum), der Juden und Muslimen heilig ist.

dpa

stol