Nach der gelungenen erstmaligen Überschreitung aller 5 Gipfel der Drei Zinnen im Winter 2020 und des Rosengarten-Massivs 2022 im Alleingang, haben nun die Geisler dieses Kribbeln in den Fingern Gietls ausgelöst.<BR /><BR />Am Beginn der Idee stand einfach „die Lust, Südtirol neu zu entdecken und ein mir noch völlig unbekanntes Gebiet kennen zu lernen“. Dazu kam, dass diese Überschreitung niemand zuvor gemacht hatte, nicht im Sommer und schon gar nicht im Winter.<BR /><BR />Davon, dass er es im Alleingang dann wirklich versuchen wollte, wussten nur 2 Leute: Seine Frau Sandra und sein guter Freund, der Gadertaler Bergführer Andrea Oberbacher. Mit Oberbacher stand er ständig in Kontakt, da sich dieser bestens im Gebiet auskennt und im Falle irgend eines Problems gewusst hätte, wo er sich gerade befindet. Der Plan war, die 12 Gipfel der Geislergruppe zu überqueren, ohne zuvor ein Materialdepot angelegt zu haben. Bis zum Beginn seiner Tour war Gietl nur ein Mal in der Geislergruppe unterwegs, voriges Jahr im Herbst als Bergführer auf der Kleinen Fermeda.<BR /><BR />Damit bestand die größte Unsicherheit und das was dieses Vorhaben „so speziell“ gemacht hat, im Abschätzen, wieviel und welches Gepäck unbedingt mit muss und wie lange letztendlich die Tour dauern dürfte. „18 Kilo wog der Rucksack am Einstieg, obwohl ich gespart habe wo es nur ging“, sagt Gietl; 15 Kilo waren es noch, als er nach 2 Nächten am dritten Tag am Ziel angekommen ist.<h3> Mit 2 Suppenwürfel und 9 Riegel über die Geisler</h3>Eine Flasche Wasser, 9 Riegel, 2 Suppenwürfel und eine Schokolade waren seine Verpflegung. Der Rest waren Seil, Zelt, Karabiner und Haken. „Ich hatte das Glück, immer wieder Schmelzwasser auffangen zu können und so keinen Schnee kochen zu müssen“, erzählt Gietl. Den letzten Riegel, am letzten Abend, nach dem ganzen Tag Schinderei, zusammen mit der Suppe aus dem letzten Suppenwürfel, habe er „ganz langsam und mit besonderem Genuss“ gegessen, erzählt Gietl mit einem Schmunzeln.<BR /><BR />Die Witterungsverhältnisse seien über alle 3 Tour-Tage ideal gewesen. Auf der Südseite sei die Kraft der Sonne schon spürbar gewesen, nordseitig hingegen sei der Winter mit Schneehöhen bis zum Bauch noch deutlich präsent gewesen. Egal ob im Fels oder auf Schnee, es galt, höchst konzentriert zu sein: „Ein Fehler wäre in der Situation schon einer zuviel“.<BR /><BR />Am Ende der Tour in St. Christina warteten dann Andrea Oberbacher und Ivo Rabanser auf Gietl „und dann ist es noch ein bissl spät geworden“, witzelt Gietl. Nach 3 gelungenen Überschreitungen drängt sich eine vierte im Landesosten förmlich auf. „Kann durchaus sein“, scherzt Gietl, aber zuvor geht es im April zu einer Expedition nach Indien.<h3> Die Etappen der Geisler-Überschreitung</h3>Start in Lungiarü/Kampill (1620 Meter Meereshöhe) um 5 Uhr, Torre S. Zenòn (2599 Mt), Sasso S. Zenòn (2610 Mt), Sass dal Ega (2924 Mt), Odla di Valdussa (2942 Mt), Furcheta (3030 Mt), Sass Rigàis (3025 Mt), Grande Odla (2832 Mt), Camp. di Fùnes (2834 Mt), Große Fermeda ( 2814 Mt), Kleine Fermeda ( 2640 Mt), Cima di Brògles ( 2590 Mt), Seceda (2518 Mt), Ende in der Pramulin-Hütte in S. Cristina/St. Christina (1590 Mt.). Schwierigkeit bis zum 6. Grad; Streckenlänge insgesamt 12 Kilometer; Gesamte Höhenmeter: 3200.<Rechte_Copyright></Rechte_Copyright>