Freitag, 27. April 2018

2 Italiener auf „Time 100“-Liste

Politiker, Schauspieler und Aktivisten: Das amerikanische „Time“-Magazin kürt jährlich die 100 einflussreichsten Persönlichkeiten. Dabei gehe es nicht um Macht und Ansehen, sondern vielmehr um eine Art Lebensleistung, die eine Person in der jeweiligen Zeit erbringt. Und somit hat die „Time 100“-Liste für das Jahr 2018 – in die Kategorien „Pioniere“, „Künstler“, „Anführer“, „Ikonen“ und „Titanen“ eingeteilt – einige Überraschungen parat.

Auf der „Time 100“-Liste befinden sich auch 2 Italiener: der Chirurg und Transplantationsexperte Giuliano Testa (56) aus Padua und die Astrophysikerin Marica Branchesi (41) aus Urbino.  - Foto: Ansa
Auf der „Time 100“-Liste befinden sich auch 2 Italiener: der Chirurg und Transplantationsexperte Giuliano Testa (56) aus Padua und die Astrophysikerin Marica Branchesi (41) aus Urbino. - Foto: Ansa

Erwartungsgemäß gehören laut „Time“ der Schweizer Tennisstar Roger Federer (36), Fast-Prinzessin Meghan Markle (36) und US-Präsident Donald Trump (71) zu den einflussreichsten Menschen der Welt; aber auch die Schauspielerin Millie Bobby Brown (14), die muslimische Säbelfechterin Ibtihaj Muhammad (32), Aktivistin Nice Nailantei Leng'ete (26) und einige Schüler der „Marjory Stoneman Douglas High School“ in Parkland (Florida), an der am vergangenen Valentinstag ein Amokläufer 17 Menschen tötete. Auf der „Time 100“-Liste befinden sich auch 2 Italiener: der Chirurg und Transplantationsexperte Giuliano Testa (56) aus Padua und die Astrophysikerin Marica Branchesi (41) aus Urbino.

Testa leitete erste Uterustransplantation in USA

Giuliano Testa arbeitet am Baylor University Medical Center in Dallas und leitete jenes Team, dem die erste Uterustransplantation in den USA gelang. Ende 2017 brachte die Empfängerin der Spendergebärmutter ein gesundes Kind zur Welt. Und es war genau diese Mutter, die das „Time“-Magazin dazu überredete, Testa in die Liste der 100 einflussreichsten Menschen der Welt aufzunehmen.

Branchesi beteiligt sich am Projekt LIGO/Virgo

Marica Branchesi, Forscherin am Gran Sasso Science Institute (GSSI) in L'Aquila, war maßgeblich am Beweis von Einsteins Theorie der Gravitationswellen beteiligt. Die Wissenschaftlerin schloss ihr Studium in Astronomie 2002 ab und promovierte 2006 an der Universität von Bologna, wo sie sich auf Radio-Astronomie und die Erforschung von Schwarzen Löchern und Galaxienhaufen spezialisierte. Später wechselte sie an das California Institute of Technology, wo sie ihren Ehemann, den deutschen Physiker und Experten für Gravitationswellen Jan Harms (41), kennenlernte.

2009 kehrte Branchesi nach Italien zurück – zunächst als Forscherin an der Universität von Urbino, später als außerordentliche Professorin am Gran Sasso Science Institute. Die Mutter von 2 Buben (Diego und Damian, 3 und anderthalb Jahre alt) beteiligt sich am internationalen Projekt LIGO/Virgo.

Das „Time“-Magazin ehrte seine „Einflussreichsten“ mit einem Gala-Abend im Lincoln Center in New York.

D/mit

stol