Seit 700 Jahren gibt es in Stilfs eine Alm. Das belegt eine Urkunde des Klosters St. Johann in Müstair. Inzwischen gibt es 2 Stilfser Almen, auf denen das Jubiläum anlässlich der Almsegnung gebührend gefeiert wurde.<BR />Almsegnungen finden in der Regel bald nach dem Beginn der Almsaison statt – nicht so auf der Stilfser Alm. Dort ist der 16. August der Termin für die traditionelle Almsegnung.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="801752_image" /></div> <BR />Roland Angerer vom Bildungsausschuss Stilfs erklärte zu Beginn der Feier auf der Unteren Stilfser Alm, wo das Vieh gehalten wird, warum das so ist. Im Jahr 1836 hatte auch im Ortlergebiet die Pest gewütet. Damals legten die Stilfser das Gelöbnis ab, zu Ehren des hl. Rochus, des Pestheiligen, eine Kapelle in Gomagoi zu errichten und an seinem Festtag, dem 16. August, eine Wallfahrt dorthin zu machen. Zu Beginn des Ersten Weltkrieges, im Jahr 1915, wurde die Kapelle gesprengt und die Statue des Heiligen in die Stilfser Pfarrkirche gebracht. <h3> Am Rochustag wird die Alm gesegnet</h3>„Seither findet am Rochustag die Almsegnung statt“, berichtete Roland Angerer. Früher habe es zu diesem Anlass sogar eine Prozession von Stilfs zur Stilfser Alm gegeben. Um die Mitte des vorigen Jahrhunderts fand sie zum letzten Mal statt. Heute erinnern nur noch einige alte Fotos an diese Tradition.<BR /><BR />Nach dem feierlichen Gottesdienst und der Almsegnung mit Pfarrer Florian Öttl wurde die Feier „700 Jahre Stilfser Alm“ auf der nur wenige Gehminuten entfernten Oberen Stilfser Alm fortgesetzt. Dort erzählte Herbert Pinggera allerlei Wissenswertes aus der Geschichte der Stilfser Alm. Der 89-Jährige Altbauer zu Fragges hat eine enge Beziehung zur Stilfser Alm, hat selbst dort gearbeitet und war über Jahrzehnte für die Alm verantwortlich.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="801755_image" /></div> <BR />Er wusste vom Schriftstück des Klosters St. Johann in Müstair aus dem Jahre 1322 zu berichten, in dem von einer Alm in Stilfs die Rede war. „Diese Alm lag aber 400 Höhenmeter höher als die heutige.“ Sie habe sich auf der gegenüberliegenden Talseite befunden und sei von einer Lawine zerstört worden. <h3> 1953 wird die Untere Alm gebaut</h3>Bis zur Mitte des vorigen Jahrhunderts wurde das Vieh auf der heutigen Oberen Stilfser Alm gehalten. 1953 hat man sich entschlossen, die heutige Untere Alm zu bauen, „denn damals gab es dafür Beiträge der öffentlichen Hand“, erinnerte sich Herbert Pinggera. Er berichtete von den mühevollen Bauarbeiten, von der Elektrifizierung und der schrittweisen Mechanisierung der Unteren Stilfser Alm. <BR />Der Altbauer zu Fragges erzählte auch allerlei Anekdoten, denen die vielen Besucherinnen und Besucher aus nah und fern lauschten. Agnes Pinggera ergänzte die Ausführungen ihres Mannes. <BR />Vizebürgermeister Armin Angerer überbrachte die Glückwünsche der Gemeinde zum besonderen Jubiläum.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="801758_image" /></div> <BR />Die Feier „700 Jahre Stilfser Alm“ ging dann in ein gemütliches Beisammensein über, bei dem gesungen, gespielt und getanzt wurde. Mitbeteiligt waren auch der Tiroler Volksmusikkreis sowie die Arbeitsgemeinschaft Volkstanz.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="801761_image" /></div> <BR />