Donnerstag, 03. August 2017

85 Jahre Mordillo und das Lachen gegen das Leid

Mordillo war zeitweise einer der meistveröffentlichten Cartoon-Zeichner. Seine Botschaft: Lachen, „denn es gibt zu viel Leid in der Welt“. Die Knollennasen seiner Figuren sind sein Markenzeichen, auch mit 85 zeichnet der Argentinier noch und arbeitet an einem Film.

Mordillo: Sehr bekannt sind die Figuren mit den charakteristischen großen, runden Nasen und die Liebesbotschaften.
Mordillo: Sehr bekannt sind die Figuren mit den charakteristischen großen, runden Nasen und die Liebesbotschaften.

Menschen und Tiere mit Knollennasen sind sein Markenzeichen. Guillermo Mordillo erlangte Weltruhm mit seinen Figuren. Immer mit einem humoristischen Augenzwinkern. Das Rundliche zeigt sich auch bei den Planeten und Hügeln, auf denen seine Figuren sitzen, sowie bei den Herzen, die über den Liebespaaren schweben.

Liebespaare sind bezeichnend für Mordillos Schaffen. - Foto: mordillo.com

Nun wird der argentinische Zeichner 85 Jahre alt. Schwer getroffen hatte den Freigeist 2015 der Anschlag auf das französische Satire-Magazin „Charlie Hebdo“. „Es gibt eine Zeit davor und danach (...) In einigen Ländern wird der Humor als eine Waffe betrachtet“, sagt er im Gespräch der Deutschen Presse-Agentur. „Die Welt ändert sich, und ich weiß nicht, ob zum Besseren.“

Der Frust eines Zeichners für Glückwunschkarten

Mordillo wurde am 4. August 1932 als Sohn spanischer Einwanderer in Buenos Aires geboren. In den ersten Jahren als Künstler schlug er sich unter anderem als Zeichner für Glückwunschkarten durch – was ihn frustrierte. „Der glücklichste Tag in meinem beruflichen Leben war der Tag, als in meinen Job verlor“, sagte er einmal.
Nach Stationen in Lima, New York und Paris gelang ihm Ende der 1960er Jahre der Durchbruch: mit der Veröffentlichung seiner Cartoons in „Paris Match“ und dann auch im „Stern“ und anderen führenden Magazinen rund um die Welt. Selbst in China fand Mordillo viele Fans.

Video: Variationen zum Thema Flirt

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In den 70er Jahren galt er als meistveröffentlichter Zeichner weltweit. „Deutschland ist aber wahrscheinlich das Land, in dem mein Werk am besten bekannt ist. Der “Stern„ veröffentlichte 20 Jahre lang meine Cartoons“, sagt der Zeichner, der gerade wieder Zeit in seiner Sommerresidenz in Mallorca verbracht hat.

Ein Film in 3D

Vor sechs Jahren begann er zudem eine Zusammenarbeit mit der Münchner Produktionsfirma WunderWerk und belgischen Produzenten an einem Zeichentrick-Film und einer TV-Serie seiner Figuren. Die Hauptperson im Film „Crazy Island“ ist eine Giraffe – Mordillos beliebtestes Tier in seinen Zeichnungen -, die einen Tausendfüßler als Gegenspieler hat.

Erstmals sprechen seine Figuren in dem 3D-Film, der 2019 auf die Kinoleinwand kommen soll. „Ich weiß nicht genau, was sie sagen werden, es ist seltsam für mich“, sagt Mordillo. Das Drehbuch wird nicht von ihm geschrieben. Deshalb setzt er eher auf die TV-Serie, die, wie seine Originalzeichnungen, wortlos produziert wird.

Vor einigen Jahren erläuterte Mordillo den Sinn seiner Arbeit so: „Jeder muss immer wieder lachen und sich fröhlich und glücklich fühlen, es gibt zu viel Leid in der Welt.“

dpa

stol