Das Gedränge am Lift gehört ebenso dazu wie schnittige Skilehrer und volkstümelnde Oktoberfest-Party-Stimmung beim Aprés-Ski. Und wenn die Pisten in Zeiten der Klimaerwärmung im Winter grün sind, zaubern Schneekanonen mit Unmengen Wasser und Energie bis zum nächsten Morgen die weiße Pracht herbei. Der Regisseur August Pflugfelder wirft einen kritischen Blick auf den Skirummel, der für viele Regionen überlebenswichtig ist. „Schnee“ nennt sich der Streifen am 8. Januar um 22.45 Uhr im Bayerischen Fernsehen, der Auftakt ist für einen neuen Sendeplatz mit anspruchsvollen Dokumentationen.„Schnee“ ist durchaus ein gelungener Start für die ambitionierten Pläne, die der Bayerische Rundfunk (BR) für die neue Dokuschiene hegt. Objektiv schildert der Filmemacher, wie eng etwa im Tiroler Pitztal Tourismus, Wetter und Wohlstand verzahnt sind und wie zerbrechlich das Ganze ist – etwa wenn die Urlauber in Zeiten der Wirtschaftskrise weniger werden. Oder wenn die Schneekanonen trotz des Gletschers in manchen Wintern immer wieder kräftig nachhelfen müssen.Dabei hat der Regisseur auch ein Auge für die absurden Momente des Rummels, etwa wenn die schwerfälligen Pistenraupen in der Silvesternacht für die johlenden Touristen Walzer tanzen oder wenn österreichische Tourismusexperten in Italien Gäste anlocken wollen – mitten im Sommer mit Jodelmusik am Badestrand.dpa