Wenngleich sich die Zeiten ändern – die Faszination am Gruseligen bleibt erhalten. An Stelle grimmiger Geschichten aus früheren Tagen sind neue Legenden und Mythen getreten, bei denen der Gänsehautfaktor allerdings nicht geringer ausfällt. Zu Halloween – das sich längst auch in Südtirol als Gruseltag etabliert hat – stellt s+ einige dieser „urbanen Mythen“ vor.<BR /><BR /><b>Wenn Menschen brennen</b><BR /><BR />Können sich Menschen von selbst ganz spontan entzünden? Was auf den ersten Blick völlig abwegig erscheint, ist doch zu einem globalen Mythos geworden. Auslöser waren Funde von Leichen an verschiedenen Orten der Erde, deren Körperteile mitsamt Knochen verbrannt waren, während Gegenstände in ihrer Nähe beinahe gänzlich unversehrt blieben. Daraus leiteten sich Geschichten ab, nach denen sich unter bestimmten Umständen ein menschlicher Körper von selbst entzünden kann und dann innerhalb kürzester Zeit zu Asche zerfällt. Augenzeugenberichte oder Beweise für dieses Phänomen gibt es nicht. Der letzte bekannte Fall, bei dem es sich um eine solche Selbstentzündung gehandelt haben soll, ereignete sich 2011 in Irland.<BR /><BR /><b>Der „Aids-Klub“</b><BR /><BR />Es gibt mehrere Varianten dieses Mythos. Allen gemein ist ein kurzer Stich mit einer Nadel und einige Zeit später ein Zettel mit einer Botschaft: „Diese Nadel war infiziert – Willkommen im Aids-Klub“. Als in den 1980er Jahren im Westen die Angst vor der grassierenden Krankheit steigt, schlägt wohl auch die Geburtsstunde dieses Mythos. Zu Beginn drehten sich die Geschichten um Nadeln, die in Kinositzen versteckt waren. Doch die Legende gelangte ins 21. Jahrhundert und fand Einzug in die Diskotheken. Dabei war von Menschen zu hören, die nach einer durchzechten Nacht nicht nur mit Erinnerungslücken aufwachten, sondern auch mit einer kurzen Nachricht, die ihnen zur Aufnahme in den Aids-Klub gratulierte. Offiziell bestätigt wurden solche Vorfälle nie. <BR /><BR /><b>Geflügelter Unheils-Bringer</b><BR /><BR />Das Zentrum der „Mottenmann“-Legende liegt in Nordamerika. In den 1960er Jahren wurde demnach die US-Kleinstadt Point Pleasant von einem furchterregenden Ungeheuer heimgesucht, das die Menschen verängstigt haben soll. Beschrieben wurde das Wesen als Mischung aus Mensch und Motte, mit riesigen Flügeln, muskulösem Körper und roten, leuchtenden Augen. Kurze Zeit später kam es in der Stadt zum Einsturz einer Brücke mit zahlreichen Toten und Verletzten. Anschließend wurde die Kreatur nicht mehr gesehen. Doch fortan häuften sich Sichtungen des geflügelten Unheils-Bringers auf der ganzen Welt, so z.B. kurz vor dem Reaktorunglück von Tschernobyl. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="702074_image" /></div> <BR /><BR /><b>Vorsicht Anhalter!</b><BR /><BR />Ein Auto fährt eine einsame Landstraße entlang. Es wird allmählich dunkel, da bemerkt der Fahrer einen jungen Mann am Straßenrand. So spät fährt hier kein Bus mehr, Mitleid mit dem Jugendlichen kommt auf, und der Fahrer nimmt ihn mit. Zu Beginn entsteht ein kurzes Gespräch, in dem der Passagier auch seinen Wunschzielort nennt. Nach und nach aber kehrt Stille ein, und als der Fahrer sich nach einer Weile umblickt, ist der junge Mann verschwunden. Verwundert fährt er bis zum Zielort, wo er schließlich eine alte Frau antrifft. Nachdem er dieser die Geschichte erzählt, wird sie kreidebleich und erzählt, dass genau an jener Stelle, an der er dem Anhalter begegnet sei, ihr Sohn tödlich verunglückt sei.<BR /><BR /><b>Wer nistet in meinem Ohr</b><BR /><BR />Schon der bloße Gedanke treibt den Meisten von uns einen kalten Schauer über den Rücken – mit oder ohne Spinnenangst. Diese urbane Legende berichtet von Menschen, die von einem Aufenthalt in tropischen Ländern zurückkehren und bereits während des Rückfluges ein Jucken in ihrem Ohr bemerken. Was harmlos beginnt, verschlechtert sich in den kommenden Tagen, sodass ein Besuch beim Arzt Sicherheit bringen soll. Worauf dieser bei der Untersuchung des Ohres stößt, hat es aber in sich – dort hat sich nämlich eine Spinne eingenistet. Nur mit Mühe und Not gelingt es schließlich, den tierischen „Untermieter“ wieder loszuwerden. Dass hinter diesem Mythos ein Funken Wahrheit stecken könnte, haben allerdings einige offizielle Berichte gezeigt – <a href="https://www.stol.it/video/media/wie-im-horrorfilm-arzt-entfernt-patientin-lebende-spinne-aus-ohr" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">zuletzt hatte auch das Onlineportal STOL vor Kurzem von einem ähnlichen Fall berichtet. </a><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="702077_image" /></div> <BR /><BR /><b>Unheimliche Lichter</b><BR /><BR />Während des Zweiten Weltkriegs tummelten sich zahlreiche Bomber, Jagdflugzeuge und auch erste Raketen am Nachthimmel – doch sie waren nicht alleine. So zumindest laut Berichten einiger Piloten, die erzählten, wie sie von geheimnisvollen Lichtkugeln verfolgt oder teilweise auch bedroht wurden. Zunächst wurde befürchtet, dabei könnte es sich um neuartige Waffen des Feindes handeln. Doch auch nach Ende des Krieges gab es weitere Berichte über Vorfälle mit diesen schwebenden Lichtkugeln, die mittlerweile den Namen „Foo Fighters“ erhalten hatte. Eine besondere Häufung gab es noch einmal während des Vietnam-Krieges. Doch bis ins 21. Jahrhundert gibt es offenbar Berichte von Piloten.