Seine Passion fürs Kochen sei in der Mittelschule entstanden, blickt Alex Lanthaler zurück, wahrscheinlich, weil in seiner Familie alle gerne kochen. Als Thema für die Abschlussprüfung wählte er, wie hätte es anders sein können, „Ernährung und Kulinarik“.<BR /><BR />Der St. Leonharder entschied sich danach für die Landesberufsschule für das Gastgewerbe Savoy in Meran. „Mir hat das Arbeiten immer gefallen, obwohl ich leicht gelernt habe“, sagt der 20-Jährige. Seine Lehre absolvierte er im 5-Sterne-Hotel „Andreus Resort“ in St. Leonhard, in dem er in der Mitteschule bereits ein Praktikum gemacht hatte.<h3> „Lehrling des Jahres“</h3>„Ich wusste, was mich erwartet. Es war aber trotzdem anstrengender, als ich mir vorgestellt habe“, erzählt Alex Lanthaler. Der ungewohnte Rhythmus, die vielen Stunden in der Küche machten ihm anfangs zu schaffen. Seine Lehre schloss er als „Lehrling des Jahres“ ab.<BR /><BR />2022 wechselte Alex Lanthaler als Souschef in das kleine, familiengeführte Hotel „Bad Fallenbach“ in St. Leonhard, einen 4-Sterne-S-Betrieb, und erhielt gleich eine Jahresstelle. Mit Beginn der neuen Saison übernimmt er die Stelle des Küchenchefs. „In der Küche arbeiten wir zu 7.“, berichtet er. Der mit 90 bis 100 Gästen relativ kleine Betrieb gebe ihm die Möglichkeit kreativ zu sein. Er könne sich der Entwicklung von Gerichten widmen und viel Zeit auf die Suche nach guten Produkten verwenden.<BR /><BR />Auf Instagram wurde Alex Lanthaler im Vorjahr auf den Nachwuchskochwettbewerb „Marmite Youngster“ aufmerksam, der in Zürich in der Schweiz ausgetragen wird und ein großes Renommee hat. Die Teilnehmenden kommen überwiegend aus Sterne-Betrieben. „Ich habe mich zum Spaß angemeldet“, schildert der St. Leonharder. Das Thema des Wettbewerbs war „Klassisch in die Zukunft“.<h3> Über Top 10 und Top 5ins Finale in der Schweiz</h3>Für die Qualifikation für die Top 10 musste der 20-Jährige ein Foto seines selbst kreierten Gerichts und das Rezept einschicken. Er probierte es mit „Tortelli mit Lammfülle, Zichorie mit geschmorter Selleriecreme, fermentierter Buttermilch-Sauce, Morchel-Jus und Passeirer Schüttelbrot-Crunch“ – und kam unter die Top 10.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1126965_image" /></div> <BR />Im Sommer 2024 ging es dann um die Top 5. Die Zubereitung des Gerichts musste Alex Lanthaler mit Video aufnehmen und zur Jury in die Schweiz schicken. Er entschied sich für „Lammrücken im Lammnetz eingewickelt in Kapuzinerkresse-Farce und Kapuzinerkresseblätter, Pommes Soufflé, einen Cannolo aus Manoldblättern gefüllt mit Lammherz und Lammleber sowie Mangoldstielen und Käse vom Passeirer Aignerhof (Gewinner bei den World Cheese Awards), eine Béchamel-Sauce und Za‘atar“ (orientalische Gewürzmischung mit Produkten aus Südtirol neu interpretiert). „Mir war es wichtig, das gesamte Lamm zu verwenden“, betont der junge Koch, der mit seiner Kreation unter die Top 5 kam.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1126968_image" /></div> <BR />Das Finale fand am 16. September in der Hotelfachschule in Zürich statt. Da musste Alex Lanthaler seine Lamm-Kreation vor der Jury kochen. Der St. Leonharder war der einzige Nicht-Schweizer, der sich qualifiziert hatte, und der jüngste Teilnehmer. Im Gegensatz zu den einheimischen Teilnehmern konnte er die benötigten Produkte nicht vorbereiten, was ihn unter Zeitdruck brachte. Es wurde der 5. Platz beim „Marmite Youngste 2024“.<BR /><BR /><embed id="dtext86-68471430_quote" /><BR /><BR />„Für die Umstände, die ich hatte, bin ich extrem zufrieden“, sagt Alex Lanthaler. Erst bei seinem Auftritt in der Schweiz sei ihm die Breitenwirkung dieses Wettbewerbs bewusst geworden. „Ich habe bereits Anfragen für andere Wettbewerbe bekommen“, erzählt der 20-Jährige, der sich aber vorerst auf seine neue Rolle als Küchenchef konzentrieren möchte.<BR /><BR />Während des „Marmite Youngster“-Wettbewerbs nahm der St. Leonharder auch am Wettbewerb „Mountain-Chef unplugged 2024“ auf der Schwemmalm in Ulten teil. „Da wollte ich zeigen, was man auf einem Holzherd alles machen kann“, erklärt Alex Lanthaler. Es wurde der zweite Platz.<h3> Produkte aus dem Passeiertal</h3>„Für die neue Saison bin ich dabei, Degustationsmenüs zu entwickeln – mit Produkten aus dem Tal“, berichtet der Passeirer, der Vater einer kleinen Tochter ist. „Ich schaue mir die Höfe persönlich an. Es ist eine große Herausforderung, nur mit Produkten aus dem Tal zu kochen, aber wenn man sich darauf einlässt, ist es eine tolle Herausforderung.“<BR /><BR />Alex Lanthaler setzt auf regional und nachhaltig anstelle von exotisch und importiert – wie immer mehr seiner Kollegen. Damit liege er im Trend, ist sich der 20-Jährige sicher, der glaubt, dass die vegetarische Küche eine immer wichtiger Rolle spielen wird.