Der Künstlerball in der Oper hat eine lange Tradition: Schon im 18. Jahrhundert hielten in Wien verschiedene Kaiser ihre Untertanen mit Tanz- und Musikveranstaltungen bei Laune. 1869 wurde auf Anweisung von Kaiser Franz Joseph I. an der Ringstraße ein neues Opernhaus erbaut und eröffnet.1877 fanden in der heutigen Staatsoper die ersten Hofopern-Soireen für Adel und Bürgertum statt. 1935 erhielt der Ball seinen bis heute geltenden Namen.Berühmt ist das Fest im größten Ballsaal der Welt mit seinen vielen tausend Gästen auch wegen seiner Mischung aus Pomp, Prominenz und Prinzessinnentraum. Der Wiener Opernball gehört zur österreichischen Kaiserstadt wie Sisi und die Hofreitschule – trotz Logenpreisen von mehr als 18 000 Euro.Das wohl schönste Bild des Abends ist die perfekt einstudierte Choreographie der mehr als 100 Debütantenpaare, die den Ball eröffnen: die jungen Damen streng nach Vorschrift im schneeweißen Ballkleid, die jungen Herren im schwarzen Frack mit weißen Handschuhen und schwarzen Lackschuhen.Prominente Politiker, Könige und Hollywood-Sternchen erregten Aufsehen rund um den Ball. Der französische Spitzenpolitiker Jacques Chirac kam ebenso wie Startenor Placido Domingo, Spaniens König Juan Carlos oder Schauspielerin Sophia Loren.Der österreichische Unternehmer Richard „Mörtel“ Lugner bezahlt jährlich Boulevard-Prominenz für Auftritte als seine Gäste, darunter die Serien-Darstellerin Pamela Anderson oder die Hotel-Erbin Paris Hilton. Die Organisatoren sind davon nicht immer begeistert.dpa