Der bisherige Rekord lag bei 29 Tropennächten im Jahr 2015 und selbst im immer noch heißesten Sommer 2003 gab es nur 21 Tropennächte. „Einen Rekord gab es heuer auch in Meran, an der Wetterstation Gratsch sind es nun 16 Tropennächte, dabei wurde der Rekord von 8 Tropennächten aus dem Jahr 2015 regelrecht pulverisiert“, so Peterlin. Die wärmste Nacht seit Messbeginn geht allerdings auf das Jahr 2015 zurück: In der Nacht vom 15. auf den 16. Juli 2015 lag die Tiefsttemperatur in Bozen bei 25,7 Grad Celsius.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1065363_image" /></div> <BR />„Das Phänomen Tropennächte kommt vor allem im Etschtal und Unterland vor, manchmal gibt es sie auch im Vinschgau (in Schlanders heuer 2) und im Eisacktal (in Brixen heuer eine). <BR /><BR />Völlig unbekannt ist das Phänomen dagegen im Wipptal und Pustertal. In Sterzing und Bruneck gab es nämlich noch keine einzige Nacht, in der die Temperatur nicht unter 20 Grad gesunken wäre“, sagt Peterlin. Tropennächte gab in den 1970er- und -80er-Jahren nur vereinzelt, zum sprunghaften Anstieg kam es ab den 2000er Jahren. Und wie geht es jetzt mit dem Wetter weiter?<BR /><BR /><embed id="dtext86-66267773_quote" /><BR /><BR /> Zu Wochenbeginn wird's etwas wechselhafter und weniger warm als am Wochenende. „Doch in der zweiten Wochenhälfte wird es schon wieder heißer mit bis zu 33 Grad. Dadurch kann es schon noch die eine oder andere Tropennacht geben. Die Wahrscheinlichkeit dafür sinkt aber immer mehr, weil die Nächte länger werden – jeden Tag um 3 Minuten. Damit kann es auch stärker auskühlen. Der Sommer an sich ist aber noch lange nicht vorbei“, so Peterlin. <h3> Tipps für eine kühle Nacht:</h3><b>Lauwarm duschen</b><BR />Kurz vor dem Schlafengehen lauwarm duschen und sich nicht ganz abtrocknen. Denn Wasser, das auf der Haut verdunstet, entzieht dem Körper Wärme. Keinesfalls sollte man kalt duschen: Das regt nämlich den Kreislauf an, der dann noch mehr Wärme produziert. <BR /><BR /><b>Leintuch statt Bettdecke</b><BR />Wer nicht ohne Decke schlafen kann, sollte es mit einem leichten Leintuch statt der normalen Bettdecke versuchen. Ein feuchtes Handtuch als Zudecke ist jedoch nicht empfehlenswert: Je geringer die Luftfeuchtigkeit, desto besser kann der Körper seine Temperatur selbst regeln. <BR /><BR /><b>Kleidung nicht kühlen</b><BR />Als Nachtwäsche sollte man nur sehr leichte Kleidung wählen. Sie vor dem Anziehen zu kühlen, ist aber keine gute Idee. So groß die Versuchung auch sein mag, den Pyjama einmal kurz in den Eiskasten zu packen: Der Körper regiert auf Kälte erst recht mit der Produktion von Wärme.<BR /><BR /><b>Effizient und klug lüften</b><BR />Damit die Temperatur im Schlafzimmer nicht weiter steigt, sollte man Vorhänge und Fenster am Tag geschlossen halten, in der Nacht oder am frühen Morgen aber ausgiebig lüften. <BR /><BR /><b>Im Kühlen schlafen</b><BR />Falls das Schlafzimmer zu warm ist, sollte man ruhig eine Ausnahme machen und zum Schlafen in den kühlsten Raum der Wohnung umziehen.<BR /><h3> Was der Experte sagt:</h3>Hitze bei Tag, Hitze bei Nacht – das kann sowohl den Körper als auch die Psyche arg mitnehmen, weiß Dr. Adolf Engl, Präsident des Institutes für Allgemeinmedizin. „Bei Hitze leidet die Schlafqualität stark, doch gerade eine gute Schlafqualität ist entscheidend für die Regeneration“, sagt Dr. Engl.<BR /><BR /><embed id="dtext86-66267777_quote" /><BR /><BR /><b>Was macht die Hitze mit uns?</b><BR />Dr. Adolf Engl: Starke Hitze ist für den Körper eine große Belastung, vor allem für das Herz-Kreislauf-System. In erster Linie sind Kinder, ältere Menschen und chronisch Kranke gefährdet. Aber im Grunde wirkt sich die Hitze auf uns alle aus, und das bei weitem nicht nur körperlich. Schätzungen zufolge sind in Europa jährlich ungefähr so viele Hitzetote zu beklagen, wie die Stadt Meran Einwohner hat. Die traditionelle Siesta, die früher überall in südeuropäischen Ländern gehalten wurde, hatte also nichts mit Faulheit zu tun, sondern durchaus ihre Berechtigung. <BR /><BR /><embed id="dtext86-66267973_quote" /><BR /><BR /><b>Aber kaum jemand hat heutzutage Zeit für eine Siesta. Was hilft sonst noch?</b><BR />Dr. Engl: Wichtig wäre, in den heißesten Stunden des Tages körperliche Anstrengungen zu vermeiden, viel und regelmäßig zu trinken und – wenn es geht – sich möglichst im Schatten aufzuhalten. Hitze ist auch ein soziales Problem: Menschen, die körperliche Arbeit verrichten müssen und deren Wohnung vielleicht nicht so gut isoliert ist, haben es schwerer. Und: Sozial schwächer gestellte Menschen können sich Sommerfrische oder eine Klimaanlage daheim meist nicht leisten. <BR /><BR /><embed id="dtext86-66267977_quote" /><BR /><BR /><b>Sie sagen, die Hitze schlage nicht nur auf den Kreislauf – was beeinträchtigt sie noch?</b><BR />Dr. Engl: Hitze verlangsamt nachweislich unsere Reaktionen und die Gehirnfunktion, man wird auch leichter müde. Studien haben sogar gezeigt, dass sehr große Hitze – wir sprechen hier aber von Temperaturen, wie sie bei uns nicht vorkommen – sogar die Gehirnentwicklung von Kleinkindern beeinträchtigen kann, da deren Wärmeregulierung noch nicht ausgereift ist. <BR /><BR /><b>Inwieweit spielt es eine Rolle, ob es nur bei Tag oder zusätzlich bei Nacht heiß ist? </b><BR />Dr. Engl: Wenn es auch bei Nacht nicht gut abkühlt, potenziert sich die Wirkung der Hitze vom Tag. Oder, anders gesagt: Eine Abkühlung bei Nacht macht uns resistenter, die Tageshitze zu ertragen. Wenn aber der Körper auch in der Nacht überlastet ist, nimmt die Kompensationsmöglichkeit insgesamt ab. Bei Hitze leidet die Schlafqualität stark, doch gerade eine gute Schlafqualität ist entscheidend für die Regeneration. <BR /><BR /><embed id="dtext86-66268021_quote" /><BR /><BR /><b>Sie haben Klimaanlagen für zu Hause angesprochen, würden Sie dazu raten?</b><BR />Dr. Engl: Ab gewissen Temperaturen ist die Anschaffung durchaus abzuwägen. Angesichts der Temperaturentwicklung dürften wohl alle Beherbergungsbetriebe in Bozen inzwischen eine Klimaanlage haben. Natürlich gibt es auch Gefahren wie Verkühlungen oder Hexenschuss. Aber es kommt auch auf die Positionierung und die Qualität des Geräts an. Ganz wichtig: Die Klimaanlage sollte so eingestellt sein, dass der Unterschied zwischen Außen- und Raumtemperatur nicht zu groß ist.