Gelassen, gemütlich, „gechillt“: Mit diesen und ähnlichen Worten wird Amsterdam gerne beschrieben – und zu Recht. Bei meiner Ankunft am Flughafen Schiphol begrüßt mich die warme Aprilsonne, und auch die kurze Zugfahrt zum Hauptbahnhof Centraal verläuft entspannt.<BR /><BR /> Ich starte zu Fuß – mein Köfferchen hinter mir her ziehend – in Richtung Hortus Botanicus. Schon beim ersten Spaziergang entlang des Hafens zeigt sich das frühlingshafte Amsterdam von seiner schönsten Seite: Die schmalen Backsteinhäuser entlang der Grachten versprühen ihren Charme, die Boote in der vom Zentrum abgelegenen Zone wippen friedlich im Wasser vor sich hin. Ein herrlicher Empfang. <h3> Vorsicht, Fahrrad</h3>Bis ich den Fehler mache und an einer Baustelle mit meinem Köfferchen kurzzeitig vom Fußweg auf den roten Radweg ausweiche. Schon klingeln mir – aus dem Nichts erscheinend – gleich mehrere wütende Holländer auf 2 Rädern entgegen, mein Köfferchen und ich bringen uns schnell wieder in Sicherheit. Ja, Amsterdam ist wahrlich die Stadt der Fahrradfahrer – als Fußgänger tut man gut daran, sich achtsam und demütig zu bewegen. Hat man diese Wahrheit – und die eindeutige Übermacht der Radfahrer – akzeptiert und verinnerlicht, kehrt die Ruhe und Gelassenheit wieder zurück – und die Freude, durch die Straßen und Gassen des „Venedigs des Nordens“ zu flanieren. <h3> Anne Frank Huis: Ein Muss</h3>Die Geschichte und das Schicksal von Anne Frank sind nicht nur bewegend, sondern auch von enormer Wichtigkeit. Ein Besuch in jenem Haus, in dem sich die jüdische Familie einst vor den Nationalsozialisten verstecken musste, ist in meinen Augen deshalb ein absolutes Muss.<BR /><BR /> Wichtig: Tickets sind nur online erhältlich und müssen lange im Voraus gebucht werden, am besten gleich nach Flug und Hotel. Meine persönliche Empfehlung: Für einen kleinen Aufpreis beginnt der Museums-Besuch mit einer Einführung in jene Zeit und die Umstände, die eine Flucht in das Versteck erst notwendig machten. Sie dauert nicht lange, ist aber äußerst aufschlussreich und bewegend – und lässt den Gang durch die versteckten Räume hinter dem Bücherregal noch intensiver werden. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1021977_image" /></div> <BR />Weit weniger emotional – aber nicht weniger interessant – ist der Besuch im Rijksmuseum. Neben den bekanntesten Werken des holländischen Meisters Jan Vermeer hängen in dem palastähnlichen Prunkbau auch Rembrandts „Nachtwache“ und viele weitere holländische Werke. Das Museum wurde vom selben Architekten entworfen wie der Hauptbahnhof – was sich optisch nicht verleugnen lässt.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1021980_image" /></div> Hinter dem Rijksmuseum liegt eine großzügig angelegte Parkanlage, in der auch das Van Gogh Museum steht. Wie schon im Anne-Frank-Haus und im Rijksmuseum gilt: Ticket unbedingt vorab online buchen, am besten schon vor Antritt der Reise. <BR /><BR />Gar einige Glücksritter in der langen Schlange waren schwer enttäuscht, als sie von den Museumsangestellten unverrichteter Dinge weggeschickt wurden. Das Museum selbst beherbergt (fast) alle Werke des Künstlers, ein Audioguide führt durch sein Leben und Schaffen. Wer die Braukunst den Malern vorzieht, findet nicht weit von den Museen entfernt die Heineken Experience.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1021983_image" /></div> <BR />Wer Amsterdam im Ausnahmezustand erleben will, sollte seine Reise rund um den „Koningsdag“, den Königstag am 27. April, planen. Dann drängen Tausende Menschen in orangen T-Shirts, Hüten, Blumenketten und ähnlichem durch die Straßen, aus jeder Ecke schallt Musik, auf Partybooten wird auf das Wohl des niederländischen Königs angestoßen.<h3> Gassen und Grachten</h3>Neben den zahlreichen Sehenswürdigkeiten und Museen darf man sich eines auf keinen Fall entgehen lassen: Amsterdam zu Fuß zu erkunden. Also Reiseführer und Handy weggepackt und einen Fuß vor den anderen gesetzt. Die idyllischen Gässchen, Seitenstraßen und Grachten bieten allerhand tolle Fotomotive. Und ob zu Fuß oder mit dem Rad: Gerade im Zentrum findet man sich immer wieder auf denselben Hauptadern der Stadt wieder, am Hauptplatz Dam oder an der alten Stadtwaage De Waag am Nieuwmarkt, ein beliebter und belebter Platz mit zahlreichen Bars und Restaurants.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1021986_image" /></div> Was beim ersten Besuch in Amsterdam ebenfalls nicht fehlen darf: eine Rundfahrt durch die Grachten, die Kanäle der Stadt. Im Gegensatz zu Museumstickets sind diese wie Sand am Meer und auch im letzten Moment erhältlich, es reicht ein kurzer Abstecher in einen der Reiseläden. Für wenig Geld erlebt man so eine tolle Stadtrundfahrt mit vielen interessanten Infos rund um Amsterdam und seine Geschichte – praktisch erzählt aus den Kopfhörern.<h3> Abschied im Sonnenaufgang</h3>Und so entspannt und idyllisch, wie es mich empfangen hatte, verabschiedet mich Amsterdam. Eigentlich aus purer Notwendigkeit beschließe ich, den Weg zum Bahnhof frühmorgens zu Fuß zurückzulegen.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1021989_image" /></div> <BR /> Und werde mit der schönsten Stimmung meiner Reise belohnt: Das menschenleere, vom Kreischen einiger Möwen abgesehen stille Amsterdam im Sonnenaufgang ist der krönende Abschluss einer wunderbaren Reise.