<b>Von Martina Hofer</b><BR /><BR />Wenn drei Millionen Zuschauer vor dem Fernseher mitverfolgen, wie er die filigrane Zuckerlinie zieht, dann läuft Vollprofi Benjamin Sellemond (29) so richtig zur Hochform auf. „Ich liebe Challenges“, schmunzelt der Feldthurner. Seit vier Jahren arbeitet er im Familienbetrieb Sellemond in Feldthurns – um sein Können aber weiß man weltweit. <BR /><BR />Bereits vor zehn Jahren kämpfte der wettkampfhungrige Eisacktaler bei den „World Skills“ in São Paulo um den Titel, 2020 siegte er dann beim „Le Championnat du Chocolat“ in Koblenz, 2022 holte er den Weltmeistertitel bei der „Expogast“ in Luxemburg und 2024 belegte der „lvh-Junghandwerker des Jahres“ u.a. den ersten Platz bei der „IKA-Olympiade der Köche“ in Stuttgart. Diese Umtriebigkeit in der Branche blieb nicht unbemerkt, und so klopften eines Tages die Macher von Deutschlands bekanntestem Backwettbewerb „Das große Backen – die Profis“ bei ihm an.<BR /><BR />„Fünf Mal haben sie mittlerweile für eine Teilnahme angefragt, ich habe immer abgelehnt“, muss Sellemond selbst ein wenig schmunzeln. Als im Herbst 2024 erneut eine Anfrage ins Haus flatterte, meinte Sellemonds Partnerin – die bekannte Ex-Naturbahnrodlerin Greta Pinggera – zu ihm: „Du kannst so oft Weltmeister werden, wie du willst, aber diese Titel geben dir keine Bühne und Reichweite.“<BR /><BR />Nicht zuletzt deshalb wagt der 29-Jährige jetzt den Sprung ins Fernsehen. „Ursprünglich wollten Greta und ich immer als Team antreten, denn sie ist ja auch Konditorin. Doch dann kam unser Sohn Hugo“, erzählt der Zuckerbäcker. In Staffel 13 kämpft er nun allein um den „Goldenen Cupcake“ und 10.000 Euro.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1183854_image" /></div> <BR />Das Format hat 2025 nämlich ein neues Set und neue Backregeln bekommen. Statt im Team treten die besten Konditoren und Patissiers nun im direkten Duell Woche für Woche gegeneinander an. „Die Herausforderung und der Zeitdruck sind damit noch größer geworden, aber das befeuert mich im Tun“, so der Meister seines Faches, der von Anfang an eine klare Bedingung an die Teilnahme knüpfte: Der Beste müsse siegen, nicht jener, der am besten ins Showkonzept passe. Ob dies wirklich eingehalten wird? <BR /><BR />Ab 2. Juli wird man es sehen. Jeweils mittwochs um 20.15 Uhr messen sich dann die acht Profis in Kreativität, Präzision und Handwerkskunst. Ob spektakuläre Schaustücke, knallharte Speed-Challenges, überraschende Aufgaben oder klassische Disziplinen – hier zählt jedes Detail. <BR /><BR />„Leider hatte ich nur wenig Vorbereitungszeit, da ich spät zugesagt habe“, erzählt Sellemond – ist aber überzeugt, sein Bestes abrufen zu können. Seine Backstrategie? Er will italienische Genusskultur mit Familienhandwerk verbinden und mit Technik, Nervenstärke und Perfektion überzeugen. <h3> 2021 ging der Sieg schon einmal nach Südtirol</h3>Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass Südtiroler Backkunst in dem Sendeformat zu sehen ist. Bereits 2021 nahmen die beiden Patissiers Helmut Oberkalmsteiner aus dem Sarntal und Oliver Gasser aus Lüsen – damals noch als Team – an der Show teil und holten sich am Ende gar den Sieg. „Oliver gab mir einige Tipps mit für Berlin. Wir kennen uns schon lange und ich finde es super, wie er den Sieg für das eigene Marketing genutzt hat.“ <BR /><BR />Auch Sellemond erhofft sich durch die Teilnahme eine größere Reichweite für seine Zuckerkunst. „Mein Bruder und ich haben mittlerweile einen Teil vom Familienunternehmen übernommen und das Sortiment ausgebaut. Wir führen neben Backwaren u.a. auch Speiseeis, selbst gerösteten Kaffee, Pralinen oder Schokoaufstriche und beliefern Wiederverkäufer wie den deutschen Feinkostriesen Dallmayr. Ein Sieg wäre logisch ein großer Werbetreiber“, weiß der 29-Jährige, der künftig Sortiment und Kapazität ausbauen und gar expandieren möchte.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1183857_image" /></div> <BR />Erst einmal gilt es aber, in Berlin zu liefern. „Im Grunde muss man ein Allrounder sein. Es werden Törtchen verlangt, aber auch Schaustücke, Schokolade bis hin zu großen Werken“, erzählt er von den Dreharbeiten. Was der Zuschauer nicht sieht? „Wir sind immer verkabelt, auch abseits der Küche. Man muss also ein bisschen aufpassen, was man sagt“, hat Sellemond gelernt.<h3> Bunt gemischte, rein weibliche Konkurrenz</h3>Das große Finale wird am 6. August ausgestrahlt – bis dahin heißt es glasieren, mixen, backen und sich messen. Eine schöne Erfahrung für den Feldthurner, werde einem doch aufgezeigt, wo man beruflich stehe, erzählt er von der rein weiblichen Konkurrenz – die von einer Meisterkonditorin über eine Backinfluencerin bis zur deutschen Dessertkönigin reicht. „Einige haben sogar ihren Job gekündigt, um an der Show teilzunehmen. Daran erkennt man den enormen Stellenwert des Formats in Deutschland.“<BR /><BR />Sellemond selbst nimmt den „großen Zauber“ zwar lockerer – aber nicht weniger ernst. „In der Sendung werde ich wohl als der große Kritiker rüberkommen“, mutmaßt er. Denn gerade mit den Jury-Bewertungen war er bisher nicht immer ganz einverstanden. Trotzdem hofft er, dass es am Ende für den Sieg reichen wird. Die 10.000 Euro Preisgeld könnte er nämlich gut gebrauchen. „Greta und ich sind dabei, ein kleines Häuschen zu kaufen“, verrät er und blickt der ersten Folge schon mit Spannung entgegen – ebenso wie viele seiner Freunde und Bekannten.<BR /><BR />Nur einen bringt Sellemonds Backabenteuer etwas in Bedrängnis: Kapellmeister Albuin Meraner. Benjamin ist nämlich Hornist bei der örtlichen Musikkapelle und mittwochs ist üblicherweise Musikprobe. Aber wer weiß, vielleicht gibt es in den kommenden Wochen im Probelokal ja ausnahmsweise mal „Live-Viewing“ statt Larghetti und Legati. <BR /><h3> Zur Sendung</h3>Das große Backen“ ist ein Backwettbewerb, der seit 2013 regelmäßig im Programm des Senders „SAT.1“ ausgestrahlt wird. In der Spezialausgabe „Die Profis“ treten jedoch die besten Patissiers und Konditoren gegeneinander an. Um eine Runde weiterzukommen, müssen die Teilnehmer in jeder Folge verschiedene Herausforderungen meistern und dabei ihre Backkünste unter Beweis stellen. <BR /><BR />Wer sich am geschicktesten anstellt, gewinnt am Ende die Show und erhält eine Prämie in Höhe von 10.000 Euro sowie den „Goldenen Cupcake“. Bewertet werden die Kreationen von einer dreiköpfigen Jury – bestehend aus Konditormeisterin Bettina Schliephake-Burchardt, Spitzenpatissier Christian Hümbs und Günther Koerffer, dem ehemaligen Hofkonditor des schwedischen Königshauses. <BR /><BR /><Fett_DinPro>Die erste Folge der 13. Staffel wird am 2. Juli ausgestrahlt und läuft jeweils mittwochs um 20.15 Uhr auf „SAT.1“. Das Finale läuft am 6. August.</Fett_DinPro>