Der Ordnung halber sollte man zunächst einmal die einzelnen Familienmitglieder aufzählen: Christine und Arthur sind die stolzen Eltern von Elisabeth (17), Johannes (15), Michael (13), Peter (11) und Maria (8). Ergibt insgesamt sieben Personen, die liebend gerne zusammen aufspielen. <BR /><BR />„Die Kinder besuchen alle die Schule, wir Eltern gehen beide einer Arbeit nach, unser Alltag fühlt sich eigentlich ganz normal an“, sagt Christine. Normal bedeutet, kurz umrissen, so viel, dass jedes Kind seinen Aktivitäten nachgeht und man sich üblicherweise abends um den großen Esstisch versammelt. Dann erzählt man sich von den Erlebnissen des Tages oder plant künftige Vorhaben. Das kann dann ein Familienausflug sein oder so mancher gemeinsame Auftritt. <BR /><BR />„Vor allem jetzt in der Vorweihnachtszeit stehen mehrere Termine an, natürlich müssen wir uns dabei immer gut aufeinander abstimmen, aber mittlerweile haben wir eine gewisse Routine entwickelt“, meint Christine. Als Familienmusik Pichler werden sie in den kommenden Wochen zwischen Sterzing, Bruneck, Brixen und Bozen eine Reihe von Advents- und Weihnachtskonzerten geben, das Liedgut wird dabei an die Vorweihnachtszeit angepasst (siehe Infobox). Das Hauptaugenmerk liegt zwar nach wie vor auf der traditionellen Volksmusik, allerdings bedient sich die Großfamilie längst auch im Bereich der Unterhaltungsmusik. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1238673_image" /></div> Es sei gar nicht so einfach, die Stücke für das siebenköpfige Ensemble auszuwählen und anzupassen. Hierbei sei die fachkundige Unterstützung durch Johanna Mader vom Südtiroler Volksmusikverein beim Arrangement der Melodien Gold wert. Unterm Strich beträgt das Repertoire der Familienmusik Pichler an die 30 Stücke, die im Laufe der vergangenen drei Jahre gemeinsam erarbeitet wurden. Maria, die Kleinste, spielt die Violine, Peter das Violoncello und Michael die Gitarre. <BR />Johannes zupft am Kontrabass oder kann genauso am Violoncello mitwirken, während Elisabeth, die Älteste, auf der Violine oder gar an der Harfe aufspielt. Fehlen nur noch die Eltern: Arthur hat wahlweise den Kontrabass oder das Akkordeon in der Arbeit, während Christine mit Blockflöte oder Harfe aufwartet. „Wir haben das gar nicht so geplant, erst im Laufe der Zeit hat es sich fast auf wundersame Weise so zusammengefügt, sodass wir selbst überwältigt waren“, fasst Christine den Werdegang zusammen. <BR /><BR /><b>Musikalität der Eltern als Vorbild</b><BR /><BR />Die außergewöhnliche Familiengeschichte der Pichlers wäre ohne die Musikalität der Eltern kaum denkbar. Arthur, im Brotberuf Architekt, hatte schon als Kind kaum etwas lieber getan, als sich mit den unterschiedlichsten Schlagzeugrhythmen auszutoben. In späteren Jahren nahm er Akkordeon-Unterricht, spielte dann in der örtlichen Musikkapelle und in einer Band. Seine Frau Christine wuchs dagegen mit Klavier und Blockflöte auf. Später studierte sie Gesang am Musikkonservatorium in Bozen, besuchte eine Vielzahl an Meisterkursen und war eine gefragte Solistin. Seit mehr als 20 Jahren ist die 46-Jährige als Sing- und Gesangslehrerin in Sterzing tätig.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1238676_image" /></div> Somit sind die fünf Kinder gewissermaßen in einer großen Klangwolke aufgewachsen, die logische Folge war der Wunsch nach einer gemeinsamen Familienmusik. „Dass ein solches Vorhaben tatsächlich klappen kann, haben wir im Zuge einer Musizierwoche am Ritten begriffen, dabei bekamen wir professionelle Unterstützung von Fachleuten“, blickt Christine zurück und nennt die Tutorinnen Johanna Mader und Leah Maria Huber. Auch eine weitere, bereits bestehende Familienmusik – die Hubers aus dem Ahrntal – steuerte wertvolle Tipps bei. Es brauche viel Fingerspitzengefühl, um alle musikalischen Puzzleteile zusammenzufügen, das Spektrum reicht von der Auswahl der Stücke bis hin zu den Arrangements. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1238679_image" /></div> Seit drei Jahren signieren die Pichlers als Familienmusik. Ihre ersten Auftritte hatten sie in Kirchen und bei Benefizveranstaltungen. Vor einem Jahr gab es im Zuge des 25. Alpenländischen Volksmusik-Wettbewerbes in Innsbruck das Prädikat „Ausgezeichnet“, kürzlich war man im Bayerischen Rundfunk zu bestaunen. Nun fiebert man bereits dem Musikantenball in Innsbruck im Februar entgegen.<BR /> Als nächstes Ziel nennt Christine die Teilnahme am großen Südtiroler Volksmusikwettbewerb, der im April 2026 über die Bühne gehen wird. <BR />Ohne Ehrgeiz und Fleiß bringt man es nicht weit – das weiß jeder gute Musiker und somit auch die Familie Pichler. Folglich überrascht es nicht, wenn sie ihr Können immer wieder mal gerne einer Jury präsentieren oder sie sich die Weiterentwicklung zur Gewohnheit gemacht haben. Dazu gehört auch, dass die größeren Kinder mehrere Instrumente spielen und ganz nebenbei beim Pfarrorchester und beim Landesjugendorchester mitwirken. <BR /><BR /><b>In einem großen Auto mit geht es zu den Auftritten</b><BR /><BR />Bleibt die Frage, ob das eine oder andere Kind mitunter nicht mal etwas Abstand von der Musik braucht. „Jedes unserer Kinder geht seinen eigenen Interessen nach, am Wochenende kommt es auch vor, dass mal nur faulenzt wird“, versichert die musikalische Mama. Es gelte, das Hier und Jetzt zu genießen, denn wie sich so ein Projekt weiterentwickelt, stehe ohnehin in den Sternen. Und so setzt sich immer wieder mal das große Auto mit allen sieben Familienmitgliedern und den entsprechenden Instrumenten an Bord – Kontrabass und Harfe inklusive – in Bewegung, um je nach Anlass andächtige oder unterhaltsame Musik unter die Leute zu bringen. <BR /><BR />Wenn dann Peter, der Zweitjüngste, die Polka mit einem zünftigen Juchiza beschließt, ist das Publikum so oder so hin und weg. Und fordert mit Nachdruck so manche Zugabe.