Sonntag, 04. September 2016

Bono: „Ich habe Boko Haram ins Gesicht gesehen“

Bono, Sänger der irischen Rockband U2, hat bei einer Reise nach Nigeria den Schrecken des Terrors gesehen.

Der irische Sänger Bono (im Bild) lobte im Gespräch mit der "Welt am Sonntag" den Vorschlag für einen Marshallplan für Afrika. - Archivbild
Der irische Sänger Bono (im Bild) lobte im Gespräch mit der "Welt am Sonntag" den Vorschlag für einen Marshallplan für Afrika. - Archivbild - Foto: © APA/EPA

„Ich muss gestehen: Ich war nicht darauf vorbereitet, eine neunjährige Kindsbraut zu sehen“, sagte Bono der „Welt am Sonntag“. Das Kind sei umgeben gewesen von Freundinnen, die ebenfalls Kindsbräute waren. „In dem Augenblick wusste ich: Ich habe Boko Haram ins Gesicht gesehen“, sagte der politische Aktivist.

Boko Haram terrorisiert seit 2009 den Nordosten Nigerias. Die sunnitischen Fundamentalisten wollen dort und in den angrenzenden Gebieten der Nachbarstaaten Kamerun, Tschad und Niger einen sogenannten Gottesstaat errichten.

"Müssen helfen. Und zwar schnell"

Bono warnte vor einer humanitären Katastrophe im Nordosten des Landes. „Nach Angaben der Vereinten Nationen droht dort 50 000 Kindern der Hungertod. Den UN fehlen dafür 300 Millionen Dollar. Wir müssen helfen. Und zwar schnell“, sagte er.

Boko Haram entführte Tausende Frauen und Kinder, viele wurde als Sklavinnen missbraucht, andere zu Selbstmordattentaten gezwungen. In dem Zusammenhang lobte Bono den Vorschlag für einen Marshallplan für Afrika, wie ihn Entwicklungsminister Gerd Müller gefordert hat.

dpa

stol