Samstag, 30. April 2016

Buenos Aires: Tanzverbot wegen 5 Drogentoten

Ein richterlich angeordnetes Tanzverbot sorgt in der Partyszene von Buenos Aires für erhebliche Verunsicherung. Der argentinische Richter Roberto Gallardo verbot am Freitag als Reaktion auf den mutmaßlichen Drogentod von 5 jungen Menschen nach einem Elektro-Musik-Festival vor zwei Wochen alle kommerziellen Tanzveranstaltungen mit Livemusik oder Musik vom Band.

Als Reaktion auf den mutmaßlichen Drogentod von 5 Jugendlichen hat ein argentinischer Richter ein Tanzverbot erlassen.
Als Reaktion auf den mutmaßlichen Drogentod von 5 Jugendlichen hat ein argentinischer Richter ein Tanzverbot erlassen. - Foto: © shutterstock

Es war zunächst unklar, ob zum Beispiel auch Hochzeitsfeiern unter das Verbot fallen würden.

„Das ist so, als wenn es ein Problem am Gemüsestand gab und es wird angeordnet, dass wir alle Fleischereien schließen müssen“, kritisierte Jorge Becco, der Vorsitzende des Verbands der Disco-Betreiber in der Stadt. Die Partygänger in Buenos Aires würden sich nun fragen, ob ihnen beim Tanzen in Bars und Clubs die Festnahme drohe. Die Entscheidung des Richters sei völlig weltfremd.

Das Thema beherrschte am Wochenende die sozialen Medien in der Drei-Millionen-Einwohner-Stadt. „Ich stelle mein Haus zur Verfügung“, scherzte ein junger Mann auf Twitter angesichts zahlreicher Überlegungen, nun private Partys zu feiern. Andere rieten dazu, das Verbot einfach zu ignorieren.

apa/afp

stol