Donnerstag, 13. Juni 2019

„Caffe Greco“ am Fuße der Spanischen Treppe in Rom droht Schließung

Dem „Caffe Greco“ am Fuße der Spanischen Treppe in Rom, historischer Treffpunkt für Künstler und Schriftsteller, droht die Schließung. Der Mietvertrag mit dem Eigentümer des Lokals, dem Israelitischen Krankenhaus in Rom, ist abgelaufen und soll von den heutigen 18.000 Euro im Monat wesentlich erhöht werden.

Das Caffe Greco in Rom muss künftig mehr Miete zahlen.
Das Caffe Greco in Rom muss künftig mehr Miete zahlen. - Foto: © shutterstock

Da es zu keiner Einigung mit dem Betreiber des Kaffeehauses, Carlo Pellegrini, gekommen sei, muss das „Caffe Greco“ schließen, berichteten italienische Medien. Doch dagegen wehrt sich Pellegrini heftig.

Das 1760 gegründeten Traditionslokal, in dem Goethe, Leopardi, Stendhal und Baudelaire verkehrten, stehe mit seinen Marmortischen und freskengeschmückten Decken unter der Aufsicht des römischen Denkmalschutzes und könne daher nicht delogiert werden.

Das Israelitischen Krankenhaus in Rom will die Miete für die Lokalität am Anfang der Shoppingmeile via Condotti erhöhen, um die Einnahmen in neue medizinische Technologie zu investieren. Der Generaldirektor des Krankenhauses, Giovanni Naccataro, betonte, dass der Betreiber des „Caffe Greco“ bisher angesichts der üblichen Marktpreise noch vergleichsweise wenig gezahlt habe. Laut der römischen Tageszeitung „La Repubblica“ könnten bald Luxusmarken wie Dior und Moncler in die Räumlichkeiten des Kaffeehauses einziehen.

Das „Caffe Greco“ wurde zum ersten Mal 1760 schriftlich erwähnt. Damals wurde während einer Volkszählung der Name des Inhabers genannt: Nicola della Maddalena, ein Grieche – daher auch der Name. Doch das „Caffe Greco“ hat es wahrscheinlich schon 1742 gegeben, da es schon Giacomo Casanova in seinen Memoiren erwähnt hat. Im 17. und 18. Jahrhundert diente es zahlreichen Künstlern als Treffpunkt. 1779 wurde es von Goethe, Johann Heinrich Tischbein und Karl Moritz besucht. Der bekannte rote Saal, ein Hinterzimmer, war damals noch ein Stall.

Der Vorraum diente dem Austausch. Stundenlang saßen dort berühmte Persönlichkeiten wie der König von Bayern, Ludwig I., Henry Stendhal, George Byron oder Hans Christian Andersen – eine Couch aus dessen Nachlass steht im Roten Salon. Arthur Schopenhauer und Mark Twain waren ebenso anzutreffen wie Gioacchino Rossini, Franz Liszt und Richard Wagner. Ihre Besuche sind säuberlich in einem Gästebuch notiert.

apa

stol