Dienstag, 09. Mai 2017

CERN weiht neuen Beschleuniger Linac 4 ein

Im Teilchenbeschleuniger LHC sollen künftig Strahlen mit noch höheren Energien die Suche nach bisher unbekannten Teilchen unterstützen.

Im Teilchenbeschleuniger LHC sollen künftig Strahlen mit noch höheren Energien die Suche nach bisher unbekannten Teilchen unterstützen.
Im Teilchenbeschleuniger LHC sollen künftig Strahlen mit noch höheren Energien die Suche nach bisher unbekannten Teilchen unterstützen. - Foto: © APA

Einen ersten Schritt für dieses Upgrade machte das Forschungszentrum CERN am Dienstag mit der Einweihung eines neuen Beschleunigers.

Die Protonen, die durch den Large Hadron Collider (LHC) sausen, beginnen ihre Reise in einem kleineren Beschleuniger, dem Linearen Beschleuniger Linac 2. Er übernimmt die erste Etappe in einer Art Staffellauf, bei der die Teilchen von Gerät zu Gerät weitergereicht und dabei Schritt für Schritt beschleunigt werden, bis sie schließlich im LHC im Zuge von Experimenten kollidieren.

Neue Erkenntnisse über Higgs-Teilchen

Bis 2021 soll der Protonenstrahl im LHC noch höhere Energien erreichen und damit neue Erkenntnisse über das Higgs-Teilchen und vielleicht auch Hinweise auf eine neue Physik ermöglichen. Einen ersten Schritt dahin machte das CERN am Dienstag mit der Einweihung des Linac 4, eines neuen Linearen Beschleunigers, der den Linac 2 ersetzen soll.

Bau dauerte 10 Jahre

Der Bau des neuen Beschleunigers dauerte fast zehn Jahre, wie das CERN schreibt. Er ist etwa 90 Meter lang und liegt zwölf Meter unter der Erde. Nach einer gründlichen Testphase soll Linac 4 an den Beschleunigerkomplex des CERN angeschlossen werden, und zwar während einer längeren technischen Wartungspause von 2019 bis 2020.

Linac 4 wird negativ geladene Wasserstoffionen – also Wasserstoffatome mit zwei Elektronen – im ersten Schritt des Beschleuniger-Staffellaufs beschleunigen. Dabei erreicht das neue Gerät mehr als die dreifache der Energie seines Vorgängers Linac 2. Anschließend reicht es die Teilchen an den nächsten Beschleuniger weiter, den „Proton Synchroton Booster“, der sie weiter beschleunigt und die Elektronen entfernt, um daraus Protonen zu machen.

apa

stol