„Der historische Gastbetrieb des Jahres“ sei eine ganz besondere Auszeichnung.„Sie würdigt sowohl die Bewahrung von charakteristischen Gebäuden in unserem Land als auch den Erhalt historischer Stätten als unersetzliche Orte der Kommunikation und des Genusses“, so Gerhard Brandstätter, der Präsident der Stiftung Südtiroler Sparkasse, am Donnerstag im Hotel „Pragser Wildsee“.Das Hotel war Veranstaltungsort der diesjährigen Preisverleihung.Bei der Feier hob die Preisträgerin Caroline Heiss vom Hotel „Pragser Wildsee“ die Wichtigkeit von guter Architektur und einem guten Zusammenspiel von Ort und Identität hervor.Auch Barbara Leiter vom Gastbetrieb „Löwengrube“ teilte diese Auffassung. Das Bozner Wirtshaus erhielt die Auszeichnung „Besondere Anerkennung“.„Pragser Wildsee“: „Ein harmonisches Gesamtkunstwerk“Das Grand Hotel Pragser Wildsee wurde 1809, fernab der Metropolen, an einem landschaftlich besonders reizvollen Ort errichtet.„Mit dem Hotel ‚Pragser Wildsee‘ erbaute Architekt Otto Schmid nicht nur ein optimales Gebäude mit den neuesten Erfordernissen für den immer anspruchsvolleren Gast, sondern er gestaltete ein eigentliches Gesamtkunstwerk in der alpinen Berglandschaft“, erläuterte Roland Flückinger-Seiler, Architekturhistoriker und Denkmalpfleger der Stadt Bern.Das Hotel erscheine heute wie eine harmonische Ansicht aus früheren Zeiten. Kaum ein anderes Hotel im europäischen Alpenbogen vereinige eine solche Symbiose von qualitätsvoller Architektur und intakter Naturlandschaft.In seiner über 100-jährigen Geschichte blieb das Haus stets in derselben Familie.„Die Eigentümer des Hotels ‚Pragser Wildsee‘ haben es immer wieder verstanden, den Gebäudekomplex laufend nach denkmalpflegerischen Kriterien instand zu halten und zu renovieren. So erscheint das Hotel am Pragser Wildsee heute als äußerst wertvolle historische Anlage“, so Landeskonservator Leo Andergassen. Darin sei sich die gesamte Jury bei der Vergabe des Preises einig gewesen.„Löwengrube“: Im Juli mit neuem Konzept eröffnetGanz anders präsentiert sich das Wirtshaus Löwengrube in Bozen, das dieses Jahr die besondere Anerkennung erhielt.Im Jahre 1543 erstmals urkundlich erwähnt, ist es eines der ältesten Lokale in der Landeshauptstadt.Nach einem zweijährigen Umbau eröffnete das Traditionshaus im Juli dieses Jahres mit einem neuen Konzept. Aus dem historischen Wirtslokal wurde eine Vinothek mit Küche.„Mit Respekt gegenüber der alten Baugeschichte ist es den Architekten gelungen, aus dem alten Wirtshaus ein modernes Lokal zu machen. Die Besitzer, die den ‚historischen‘ Wert ihrer Immobilie zu schätzen wissen, haben bei dem Umbau bewusst auf gute Architektur gesetzt, gleichzeitig aber auch die Entscheidung getroffen, nicht nur Altes wiederzubeleben, sondern einen neuen Dialog mit etwas vollkommen Neuem zu inszenieren“, erklärte Architekt und Jurymitglied Christian Schwienbacher.Auch in Zukunft von Bau- und Tischkultur zeugenTraditionsbezug, Innovationsgeist und unternehmerisches Gespür aber auch Familiensinn und Verantwortungsbewusstsein würden alle bisherigen Preisträger auszeichnen.Und es seien ebenso genau diese Eigenschaften die den Inhabern über Generationen hinweg die notwendige Kraft und Motivation verliehen habe, ihre Häuser auch in schwierigen Zeiten weiterzuführen.„Wichtig ist, dass diese Traditionshäuser noch viele Jahrzehnte als Botschafter der gediegenen Bau- und Tischkultur sowie einer stilvollen Lebensart erhalten bleiben“, zeigte sich auch Stiftungspräsident Brandstätter bei den Feierlichkeiten überzeugt.