Seine Hinterlassenschaft an Bildern beziehungsweise Fotos ist nahezu unerschöpflich. <b>von Karl Psenner</b><BR /><BR />Zwischen 15.000 und 20.000 fotografische Unterlagen befinden sich in seinem Bestand. Bei der Buchvorstellung am Mittwochabend im Grieser Kulturheim, bei der nur einem winzigen Teil der fotografischen Werke von P. Ambros Trafojer nachgespürt werden konnte, versuchte Autor Hannes Obermair einen Einblick in die unzähligen Fotografien und deren Deutung zu geben: „Wir haben ja einen riesigen Bestand an Materialien, aber es sind so gut wie keine Texte oder nähere Bildbeschreibungen des fotografierenden Mönchs vorhanden. Vielleicht gerade deshalb haben mich viele seiner Motive beeindruckt und berührt, es steckt oft eine große Ausdruckskraft dahinter.“ <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1069686_image" /></div> <BR /><BR />Im Buch mit dem Titel „Blicke von außen – Blicke von innen“ kann man einen Ausschnitt der Zeitgeschichte Südtirols von den 1920er Jahren bis zum Jahr 1974, dem Todesjahr Trafojers, nachverfolgen – es sind Zeitdokumente aus einem halben Jahrhundert, besonders aus dem Umfeld rund um das Kloster Muri-Gries, aber auch Bilder aus der näheren Umgebung, beispielsweise vom Tschögglberg. „Wir sind dabei, alles zu katalogisieren und zu digitalisieren, so dass wir wesentliche Stücke des umfangreichen Bildmaterials, sei es im Kulturheim Gries, wie auch in unserem Kloster, ausstellen werden“, betont Benediktinerabt Peter Stuefer. <BR /><BR />P. Ambros sei während seiner rund 50-Jährigen fotografischen Tätigkeit – er war ja vor allem Priester und Seelsorger im Kloster –, die er als reiner Amateur ausübte, fast immer im Verborgenen, im Hintergrund geblieben. Seine Fotos habe er meist völlig unbemerkt von den darauf abgebildeten Personen angefertigt, er wollte auch nie in der Öffentlichkeit auftreten. „Obwohl in seiner Nähe regelmäßig der Bozner Fotoclub tagte, ging er niemals hin. Er war sehr bescheiden, wenngleich seine Bilder eine außergewöhnlich hohe Qualität und Aussagekraft in sich bergen“, unterstreicht der Buchautor. <h3> Pflichtbewusst und mit Humor</h3>P. Plazidus Hungerbühler, als Novize und Schüler von P. Ambros Trafojer, erinnert sich, dass dieser „stets ein pflichtbewusster Mönch war, aber auch Humor hatte.“ Im Bestand Trafojers befinden sich auch zahlreiche Fotos von Bombenkratern, Panzern oder Soldaten aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges. Auf seinen Wanderungen kam der Mönch unter anderem bei Bauernhöfen vorbei, fotografierte dort Kinder, auch auf Märkten oder Volksfesten nahm er seine Kamera zur Hand. „Für seine Mitbrüder fertigte P. Ambros beispielsweise Passbilder an, Postkarten wurden auch mit seinen Fotos versehen.“ <BR /><BR />Grußbotschaften bei der Buchvorstellung überbrachten der Obmann des Kulturheims Gries, Franz Tutzer, Martin Allemann und Thomas Meier, Geschäftsführer und Projektleiter der Stiftung „Geschichte Kloster Muri“ und Abt Peter Stuefer. Das Buch „Blicke von außen – Blicke von innen“ gehört zur Schriftenreihe der Stiftung „Geschichte Kloster Muri“ und ist im Zürcher Cronos Verlag erschienen.