Dienstag, 05. Juli 2016

Des Menschen bester Freund: Wiederauferstanden

Einem Unternehmen in Südkorea macht tote Hunde wieder „lebendig“: Mit etwas Hilfe aus dem Labor kann man den verstorbenen geliebten Vierbeiner wieder ins Leben zurück holen. Die Klons sind für umgerechnet 90.000 Euro zu haben.

Wie weit geht man für den Familienhund?
Wie weit geht man für den Familienhund? - Foto: © shutterstock

Die kleinen Käfige sind mit Fliesen ausgelegt, die Türen sind aus Glas. Die Hunde, die dahinter kläffen, kosten umgerechnet knapp 90.000 Euro. Ein stolzer Preis. Doch dafür wissen die Käufer genau, was für ein Tier sie bekommen: den Klon ihres verstorbenen Hundes.

Die Käfige stehen in den Räumen des südkoreanischen Unternehmens Sooam Biotech in Seoul. Fast 800 Hunde hat es in den vergangenen zehn Jahren geklont. Prinzen, Promis und Millionäre wenden sich an die Südkoreaner, um sich eine Kopie ihres toten Tieres anfertigen zu lassen.

Bereits 800 Hunde geklont

„Diese Leute haben eine starke Bindung zu ihren Haustieren“, erklärt Sooam-Sprecher Wang Jae-Woong die große Nachfrage. „Das Klonen gibt ihnen die Möglichkeit, die Tiere wieder lebendig werden zu lassen.“ Sooam Biotech stellt nicht nur genetisch identische Kopien von Hunden her. Rinder und Schweine werden für die medizinische Forschung geklont, andere Tiere, um Arten zu erhalten. Doch das Klonen von Hunden hat die südkoreanischen Wissenschafter bekannt gemacht.

Dazu wird die DNA des toten Tieres in eine Eizelle eingesetzt, deren eigenes Erbgut entfernt wurde. Der im Labor erzeugte Embryo wird dann einer Hündin eingepflanzt, die ihn als Leihmutter austrägt und etwa zwei Monate später zur Welt bringt.

Trotz der hohen Kosten gebe es Nachfragen aus der ganzen Welt, sagt Pressesprecher Wang. An den Wänden der fünfstöckigen Zentrale von Sooam Biotech hängen Dutzende Fotos strahlender Hundebesitzer mit ihrem geklonten Tier, kleine Flaggen geben Auskunft über die Nationalität.

9/11-Rettungshund bereits fünffach geklont

Etwa die Hälfte der Kunden stammt aus den USA, aber auch deutsche, russische, chinesische, mexikanische und japanische Fähnchen sind zu sehen. Einen Polizeihund aus den USA hat Sooam sogar fünffach geklont: „Trakr“ war nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in den Trümmern des World-Trade-Centers im Einsatz und hatte den letzten Überlebenden aufgespürt.

apa

stol