Majestätisch steht er da, König Ortler, mit über 3900 Metern der höchste Berg der damaligen Donaumonarchie, respektvoll und ängstlich bewundert von den Menschen, die hier leben, und umrankt von mystischen Erzählungen und Legenden.<BR /><BR />Der junge und ehrgeizige Erzherzog Johann sieht bei einer seiner Reisen durch Tirol diesen mächtigen Koloss aus Eis und Fels und beschließt spontan, dass dieser Berg – die „höchste Spiz in ganz Tyrol“, wie ihn einst der berühmte Tiroler Kartograf und Geometer Peter Anich bezeichnete – bezwungen werden müsse.<h3> Zunächst bleiben 3 Versuche erfolglos</h3>Gesagt, getan: Erzherzog Johann beauftragt im August 1804 den Salzburger Topografen Johannes Gebhard, die Besteigung des Ortler zu organisieren. Dieser findet in den beiden Zillertaler Bergführern Johannes Leitner und Johann Klausner die offensichtlich geeigneten Bergsteiger für dieses kühne Unternehmen. Jedoch: 3 Versuche über die Nordwestseite von Sulden aus bleiben erfolglos.<BR /><BR />Einer ihrer Weggefährten, der aus dem hintersten Passeiertal stammende Josef Pichler, vulgo Pseirer Josele, bietet sich daraufhin an, einen neuen Versuch zu starten. Er kannte die Vinschger Bergwelt als verwegener Gamsjäger auf der Churburg, will aber nur im Erfolgsfall die von Erzherzog Johann ausgerufene hohe Belohnung: „I geh nit wegen dem Geld alloan, i will den Ortler packen. Zwing i den Spitz, nacha nimm i gern, was der Herr den andern boten hat, zwingt er mi, s<h3> <h3> </h3> </h3> o loss i mi nimmer sechn“.<BR /><BR />Und tatsächlich, dem Pseirer Josele gelingt mit seinen beiden Kameraden Leitner und Klausner die Erstbesteigung am 27. September 1804, also heute vor 220 Jahren.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1077309_image" /></div> <h3>Route gilt heute als zu schwierig</h3>Der Weg führte von Trafoi über die Südwestwand und über die „Hinteren Wandln“ – und das ohne Pickel und Seil. Eine Route, die heute nicht begangen wird, weil sie sich als zu schwierig und zu gefährlich erwiesen hat. Noch am selben Tag kehren Josele und seine 2 Begleiter zurück und damit war die Erstbesteigung des „alpinen Monarchen“ geglückt.<BR /><BR />So wird Erzherzog Johann bis heute nicht nur als Initiator der Erstbesteigung des Ortler geehrt, sondern ist auch als bedeutender Alpinist und Forscher in die alpinen Geschichtsbücher eingegangen.