Die Frage kann nicht pauschal beantwortet werden, spielen stets individuelle Faktoren eine tragende Rolle. Um uns dem Thema anzunähern, erstellen wir ehrlich ein Inventar: Sind wir mit den verschiedenen Lebensbereichen rundum zufrieden? Falls die Antwort „Ja“ ist, können wir uns getrost zurücklehnen. Gut möglich jedoch, dass ein Aspekt nicht so prickelnd ist, sich ungesunde Dynamiken eingeschlichen haben oder wir aus dem alten Trott ausbrechen möchten. <BR /><BR />Veränderung symbolisiert den Beginn von etwas Neuem und ist Nährboden für Wachstum und Evolution. Zweifellos kann der Schritt heraus aus der Routine beängstigend erscheinen, deshalb liegt die Frage nahe, ob wir die Tore unserer Gewohnheits-Zone öffnen müssen, um ein erfülltes Leben zu führen. <BR /><BR />Zuerst werfen wir genüsslich das Wort „müssen“ über Bord, denn Zwang und Druck rauben die Lebensfreude. Wir müssen uns nicht von Schutzmechanismen trennen, die uns möglicherweise in dysfunktionalen persönlichen und beruflichen Beziehungen festgehalten haben, wir dürfen. Wir dürfen am Boot wackeln, auch wenn es umkippt und wir an unbekannten Ufern stranden. Wir dürfen herausfinden, ob der aktuelle Weg nachhaltig ist oder wir einen faulen Kompromiss leben. <BR /><BR />Oftmals versuchen Menschen, Veränderungen zu vermeiden, obwohl sie wissen, dass sie unweigerlich auf sie zukommen. Treffen wir Entscheidungen nicht selbst, dann werden sie wahrscheinlich von jemand anderem für uns getroffen. Es ist der evolutionsbedingte Wunsch nach Sicherheit, mit dem uns das Gehirn vor Gefahr schützt. Beim Gedanken an Unbekanntes reagiert es mit einer Kaskade an Stresshormonen. In der Routine finden wir emotionale Stabilität, jedoch hindern uns diese Automatismen, hartnäckige Konstellationen zu reflektieren. Der Preis für diese Sicherheit ist hoch, da wir die Dynamik des Wandels nicht nutzen und auf persönliches Wachstum verzichten.<h3> Wie Veränderung entspannt geschehen kann</h3>Hierfür darf der Begriff Komfortzone neu interpretiert werden. Was, wenn wir keine Komfortzone verlassen müssen, um ein selbstwirksames Leben zu führen, sondern im Hier und Jetzt die ideale Phase ist, um aktiv und sanftmütig zu sein? Was, wenn alles, was es braucht, bereits da ist, und wir täglich die Chance haben, uns zu verwirklichen? Diese neue Komfortzone bietet fruchtbaren Boden für Lebensfreude und Potenzialentfaltung. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1001548_image" /></div> <BR /><BR />Für den ersten Schritt des Hinschauens bedarf es einer großen Portion Ehrlichkeit, wissend, dass die Realität manchmal schmerzhaft ist. Eine starke Motivation ist hilfreich, um loszugehen, da die mit Werten bestückte Vision und das erfüllende Gefühl wie ein Nordstern unseren Weg beleuchten. Weiters braucht es eine ordentliche Dosis Durchhaltevermögen und Mut, bequeme, aber wachstumshemmende Gewohnheiten umzukrempeln, vor allem, wenn sich alte Muster wieder einschleichen und der neue Weg sich mitunter als Hindernisparcours präsentiert. <BR /><BR />Veränderung beginnt mit einer „Ent-Scheidung“ – einer Scheidung von etwas, das uns über lange Zeit gedient hat. Damit sich unsere Einstellung und das Handeln nachhaltig ändern, dürfen wir erkennen, wie aufregend das Leben abseits der routinierten Abläufe sein kann, und dies kontinuierlich üben. Neurowissenschaftliche Studien zeigen, dass Tätigkeiten über Monate immer wieder ausgeführt werden, bis sich ein neues neuronales Netz festigt. Veränderung bedeutet nicht, radikal unser gesamtes Leben umzugestalten. Vielmehr sind wir eingeladen, innezuhalten und zu erkennen, wo wir wachsen möchten, um dann an kleinen Schrauben zu drehen, die das große Ganze zum Blühen bringen.<BR /><BR />