Corona-Leugner und die jüngste Eskalation des Konflikts zwischen Palästina und Israel verhelfen einem Video zu enormer Aufmerksamkeit.<BR /><BR /><BR /><BR /><BR />Eine interessante Konstellation ergibt sich derzeit um ein älteres Video aus Jordanien. Eine darin zu sehende Scheinbestattung wird derzeit sowohl von Corona-Skeptikern geteilt, die damit gefakte Corona-Todesfälle belegen wollen, als auch von Menschen, die behaupten, dass es sich um eine Inszenierung von palästinensischen Todesopfern handelt. Vor allem im derzeitigen Nahost-Konflikt stieß das Video in den letzten Tagen auf große Reichweite.<BR /><BR />Der Faktencheck der Nachrichtenagentur APA kommt aber zu einem eindeutigen Ergebnis: Keine der beiden Behauptungen ist wahr. Ebenso stand in dieser Situation kein Luftangriff bevor, wie in den Beiträgen behauptet wird. <BR /><BR /><BR /><b>Video ist ein Jahr alt</b><BR /><BR /><BR />Die Verwendung des Videos auf diversen Webseiten lässt sich über einen Screenshot des ersten Bildes recherchieren. Gibt man diesen Screenshot in eine Bild-Rückwärtssuche, kommt man schnell zu Ergebnissen.<BR /><BR />Vor allem im Kontext des Nahost-Konflikts wurde das Bildmaterial in den vergangenen Tagen als aktuelles Video ausgegeben. Dadurch könnten auch Corona-Skeptiker auf das Video aufmerksam geworden sein. Tatsächlich ist der Kurzfilm aber bereits im März 2020 entstanden, wie ein YouTube-Video mit dem Titel „fake funeral in Jordan, to break the CoronaVirus curfew“ belegt.<BR /><BR />Durch den Titel entsteht der Verdacht, dass diese Scheinbestattung in Jordanien abgehalten wurde, um Ausgangssperren gegen die Verbreitung des Coronavirus zu umgehen. Dies berichtete auch die arabische Nachrichtenseite „24.ae“. Einem ihrer Tweets zufolge, der am 24. März 2020 das Video teilte, handelte es sich um jordanische Jugendliche, die durch diesen Trick aus dem Haus kommen wollten.<BR /><BR /><BR /><b>Trick gegen harte Ausgangssperre</b><BR /><BR /><BR />In Jordanien gab es vergangenes Jahr zu Beginn der Pandemie nämlich sehr strikte Maßnahmen im Kampf gegen das Virus. Einige Medien berichteten sogar von den „härtesten Ausgangsregeln der Welt“. Sogar beim Verlassen des Hauses drohte eine Haftstrafe, Ausnahmen gab es nicht einmal fürs Einkaufen.<BR /><BR />Laut der ägyptischen Tageszeitung „Youm7“ handelte es sich bei dem Warnsignal um eine Polizeisirene. Die Jugendlichen flüchteten also nicht vor einem Luftanschlag, sondern vor einer Verhaftung aufgrund des Verstoßes gegen die Ausgangssperre. Den Angaben von „Youm7“ zufolge wurde der Mann auf der Bahre, der als letztes weglief, schließlich auch verhaftet. Medienberichte über Luftangriffe in Jordanien im fraglichen Zeitraum sind keine zu finden.