Montag, 15. November 2021

Die letzte Kinderdorfmutter

25 Kinder in 38 Jahren sind die ungewöhnlichen Eckdaten einer wahrlich besonderen Familie. Fast vier Jahrzehnte lang war Elisabeth Thaler die „Mutti“ im Dr.-Karl-Erckert-Haus im Südtiroler Kinderdorf bei Brixen. Seit Juli ist sie in Pension. Kein leichter Schritt für die 58-Jährige aus Gossensaß. Denn: Was sie im Gespräch immer wieder als ihren Beruf beschreibt, fühlt sich eigentlich wie eine wahre Berufung an.

38 Jahre lang war Elisabeth Thaler Kinderdorfmutter im Südtiroler Kinderdorf in Brixen.
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38 Jahre lang war Elisabeth Thaler Kinderdorfmutter im Südtiroler Kinderdorf in Brixen. - Foto: © DLife
Frauschaft nur mehr sie übrig. „Kinderdorfmütter sind ein Auslaufmodell“, wie es Elisabeth Thaler formuliert. „Nicht zuletzt, weil junge Menschen heute kaum mehr zu begeistern sind für eine Lebensform, die Berufliches und Privates so eng miteinander verbindet.“

Für die 58-Jährige war das nie ein Problem. Ganz im Gegenteil. Mit dem Job im Kinderdorf erfüllte sich Elisabeth Thaler einen langersehnten Wunsch. „Als kleines Mädchen hörte ich von einer Frau, die die Familie verlassen hatte. Ihre Kinder kamen ins Kinderdorf zu einer Kinderdorfmutter. Schon damals wusste ich, dass eine solche Aufgabe zu mir passen würde.“

25 Kinder hat Elisabeth Thaler in den vergangenen 38 Jahren auf einem Stück Lebensweg begleitet. „Das Kleinste war noch ein Säugling, die Ältesten gingen mit 21 aus dem Haus. Einige blieben nur wenige Monate, andere wiederum Jahre.“ Allen gemeinsam war eine schwierige Situation in der Ursprungsfamilie.

In der Ausgabe vom 15. November veröffentlicht die Zeitschrift „Die Südtiroler Frau“ ein Porträt von Elisabeth Thaler.

Weitere Themen im Heft: ein Interview mit Christine Gostner-von Stefenelli über ein Altern in Würde; ein Beitrag über die Totenbretter vom Nonsberg; die schönsten Bilder der drei Aktionen der „Südtiroler Frau“ auf der „Biolife“ in Bozen; die Tipps von Hildegard Kreiter für nachhaltige Putzmittel.

stol