„Die meisten wissen gar nicht, dass man theoretisch bereits mit 14 Jahren ein Flugzeug fliegen kann“, erklärt uns die 21-Jährige Pilotin mit einem Lächeln im Gesicht. Man sieht ihr die Begeisterung für ihren Beruf regelrecht an.<BR /><BR /> Ilaria Francisci aus Fondo, die in Bozen und in St. Felix am Deutschnonsberg zur Schule gegangen ist, hat schon im Alter von 15 Jahren zum ersten Mal ein Flugzeug geflogen. Mit 17 trat sie dann die Ausbildung an der Flugschule an, die sie 3 Jahre später erfolgreich mit der kommerziellen Pilotenlizenz abschloss. Heute ist das Fliegen fixer Bestandteil in ihrem Alltag.<BR /><BR /><b>Warum hast du dich dazu entschieden, Pilotin zu werden? <BR /></b>Ilaria Francisci: Eigentlich hatte alles an einem ganz normalen Schultag begonnen, ich besuchte damals die erste Oberstufe des Sprachengymnasiums „Walther von der Vogelweide“ in Bozen. Als es zu einer Diskussion über unsere beruflichen Zukunftspläne kam, stellte ich mir die Frage: Was will ich einmal werden? Mir fiel recht schnell auf, dass ich keinen konkreten Beruf im Kopf hatte, für mich stand nur fest: Ich will keinen Büro-Job. Ich will einen einzigartigen Beruf, der mich herausfordert und jeden Tag zum Wachsen anregt. <BR />Ich begann also, nach einzigartigen Berufen zu recherchieren und stieß auf den Blog einer Pilotin, der mich vom ersten Moment an faszinierte. Die Faszination war so groß,dass ich mich dazu entschied, mit 14 meine erste Flugerfahrung im Rahmen eines Erlebnisangebots der „Italfly“ zu machen. Danach war mir klar: Ich will Pilotin werden. Damals schien mir dieser Gedanke noch so weit weg. Aber letztendlich hat mir diese Frag die Welt zur Luftfahrt eröffnet und heute könnte ich kaum glücklicher über meine Entscheidung sein.<BR /><BR /><BR /><embed id="dtext86-62634965_quote" /><BR /><BR /><BR /><BR /><b>Wie wird man Pilotin? Was sollte man mitbringen?<BR /></b>Francisci: Der Weg hin zur Pilotin beginnt mit einem Tauglichkeitszeugnis, das sowohl das physische, als auch das psychische Wohlbefinden erfasst. Ist der Tauglichkeitstest einmal bestanden, geht es weiter mit einer umfangreichen Ausbildung an einer Flugschule, bestehend aus Theoriestunden, praktischen Flugstunden und einer abschließenden Prüfung.Was die Lizenzen angeht, gibt es verschiedene Stufen – von der privaten Pilotenlizenz (PPL) über die kommerzielle Pilotenlizenz (CPL) bis hin zur Air Transport Pilot License (ATPL).<BR />Daneben sollte ein Pilot oder eine Pilotin Freude am Reisen, ein gutes Mathematik- und Physikverständnis, exzellente Englischkenntnisse und ausgeprägte soziale Fähigkeiten mitbringen.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="975880_image" /></div> <BR /><BR /><BR /><b>Wie hat es sich angefühlt, das erste Mal selbst ein Flugzeug zu fliegen? </b><?O_Zwischentitel><?_O_Zwischentitel> Francisci: Meinen ersten Flug werde ich niemals vergessen. In einem Ultraleichtfluzeug bei der Flufschule „Italfly“ am Flughafen Trient begann das Abenteuer, das durch das Erlebnisangebot „Pilota per un giorno“ meinen Lebenslauf wesentlich beeinflussen sollte. Als ich gemeinsam mit einem Fluglehrer abhob, schoss eine Welle der Begeisterung durch meinen ganzen Körper. In dem Moment, als ich das Steuer übernahm, wusste ich mit absoluter Gewissheit: Das wird mein Beruf, das ist das, was ich will. Die Freiheit, die ich in der Luft gefühlt habe, war unbeschreiblich - die Welt von oben zu betrachten, war nicht nur atemberaubend, sondern es fühlte sich an, als hätte ich die Grenzen des Möglichen durchbrochen und wäre in ein Welt eingetaucht, die bis dahin nur in meinen kühnsten Träumen existierte.<BR /><BR /><BR /><embed id="dtext86-62634964_quote" /><BR /><BR /><BR /><b>Was magst du an deinem Beruf? Gibt es etwas, das du an deinem Job ändern würdest? <BR /></b>Francisci: Nein, ich würde gar nichts ändern. Das, was ich an meinem Beruf am meisten schätze, ist die unvergleichliche Dynamik und Vielfalt. Ich mag es, dass jeder Tag ein neues Abenteuer mit sich bringt. Jeder Tag als Pilotin ist einzigartig, gefüllt mit neuen Herausforderungen und Lernmöglichkeiten. Ich habe das Privileg, ständig neue Menschen aus verschiedenen Kulturen kennenzulernen, verschiedene Sprachen zu hören und an Orten auf der ganzen Welt zu landen, die ich sonst vielleicht nie sehen würde. <BR />Diese ständige Entdeckungsreise bereichert nicht nur mein berufliches Leben, sondern auch meine persönliche Sicht auf die Welt. Hinzu kommt, die ständige Abwechslung der Crew, die jede Reise zu einem frischen und aufregenden Erlebnis macht. Es kommt nämlich nur sehr selten vor, dass man nochmal mit denselben Kollegen fliegt. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="975883_image" /></div> <BR /><BR /><b>Und was genau steckt eigentlich hinter dem Autopiloten?<BR /></b><?O_Fett><?_O_Fett>Francisci: Der Autopilot funktioniert ohne Anweisung des Piloten gar nicht erst. Er kommt zum Éinsatz, wenn der Pilot zum Beispiel eine besonders schwierige Aufgabe zu meistern hat, die sehr viel Konzentration erfordert. Der Autopilot hält dann das Flugzeug stabil, damit sich der Pilot besser auf die komplizierteren Aufgaben konzentrieren kann, weil er vom Autopiloten unterstützt wird. Ein Flugzeug nur mit Autopiloten zu fliegen, ist also de facto unmöglich.<BR /><BR /><b>Was hat es mit den Turbulenzen auf sich?<BR /></b>Francisci: Was Turbulenzen angeht, sind diese zwar ein wenig unangenehm, aber absolut ungefährlich. Sie sind vergleichbar mit einer holprigen Busfahrt und gehören einfach zum Fliegen dazu. Abhilfe können Bücher, Musik oder andere Ablenkungen schaffen.<BR /><BR /><b>Was möchtest du den Menschen mit Flugangst sagen? <BR /></b>Francisci: Zunächst möchte ich Menschen mit Flugangst versichern, dass ihre Gefühle und Ängste völlig normal sind. Es ist aber auch wichtig zu wissen, dass das Flugzeug statistisch gesehen das sicherste Verkehrsmittel ist. Die Technologie in der Luftfahrt entwickelt sich kontinuierlich weiter. Zudem durchläuft jedes Mitglied der Besatzung eine jahrelange, strenge Ausbildung und regelmäßige Trainings und Weiterbildungen, um auf alle möglichen Situationen vorbereitet zu sein. <BR />Die Fluggäste sollten sich bewusst machen, dass die Crew und Piloten bestens ausgebildet und erfahren sind. Man sollte also nicht zögern, sich an das Personal zu wenden, bei Fragen oder Unsicherheiten. Wir sind schließlich da, um zu helfen und das Flugerlebnis so angenehm wie möglich zu gestalten.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="975886_image" /></div> <BR /><BR /><b>Gibt es viele Frauen in diesem Berufsfeld? <BR /></b>Francisci: Obwohl Frauen derzeit nur einen kleinen Anteil der Piloten ausmachen - ungefähr 5 Prozent – beobachten wir in der Luftfahrtbranche eine ermutigende und mir persönlich sehr willkommene Entwicklung. Der Großteil meiner Kollegen sind zwar Männer, aber es ist inspirierend zu sehen, wie sich jedes Jahr mehr junge Frauen für diesen spannenden und herausfordernden Beruf entscheiden. <BR />Diese zunehmende Diversität ist ein positiver Schritt, der die Luftfahrtbranche bereichert und zeigt, dass es keine Grenzen gibt, wenn es um die Verfolgung von Träumen und Zielen geht. Ich möchte diesen Trend unterstützen und fördern, indem ich als Vorbild für angehende Pilotinnen vorangehe und ihnen zeige, dass der Himmel für alle da ist.<BR />