Zwölf Teilnehmer versuchten sich dabei in prähistorischen Überlebenstechniken. <BR /><BR />Als passenden Schauplatz für das ungewöhnliche Steinzeit-Abenteuer, das von Archäologiemuseum Bozen angeboten wurde, hatte der Referent Philipp Schraut ein Gelände nahe der Burgruine Montani in Latsch ausgewählt, da in diesem Gebiet zumindest eine steinzeitliche Siedlung sowie prähistorische Jägerrastplätze nachgewiesen werden konnten. Somit trafen sich am vergangenen Samstag zwölf Interessierte, die sich unter fachkundiger Anleitung in den uralten Überlebenstechniken versuchten. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1216698_image" /></div> <BR /><BR />Die allererste Aufmerksamkeit galt der Wasserbeschaffung. Zunächst einmal musste bewertet werden, ob das Wasser aus einem kleinen Bächlein überhaupt Trinkqualität hat, ehe man auf der Suche nach frischem Quellwasser hinter einem Gebüsch fündig wurde. Danach widmete sich die Latscher Steinzeit-Community der Nahrungssuche. Mehrere essbare Pflanzen wie Beifuß, Giersch, Klette und die unter medizinischen Gesichtspunkten interessante Weide konnten ausfindig gemacht werden. <BR /><BR />„Danach haben die Teilnehmer die frische Rehkeule, die ich mir zuvor von einem Jäger besorgt hatte, mithilfe scharfkantiger Steine zerlegt“, schildert Schraut eine nicht gerade alltägliche Aufgabe. Vorsichtig musste das Fleisch von Knochen und Sehnen getrennt werden, wobei die Sehnen gesäubert, getrocknet und schließlich zu Schnüren aufgefasert wurden. Genauso hatte es einst Ötzi gehandhabt. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1216701_image" /></div> <BR /><BR />Natürlich orientierten sich die Teilnehmer auch beim Feuermachen an prähistorischem Knowhow, hierfür kamen Pyrit und Zunderschwamm zum Einsatz. Und so ging es bald schon an die Zubereitung der Fleischspieße. „Gewürzt wurde natürlich nicht mit Salz und Pfeffer, sondern mit verschiedenen passenden Pflanzen. Außerdem bereiteten wir in einem Tontopf noch eine Art Steinzeit-Gulasch zu“, berichtet Schraut und versichert, dass die steinzeitliche Kost allen bestens gemundet habe. Großen Wert legte er, der seit vielen Jahren auch Kurse als Survival-Trainer gibt, auf die ganzheitliche Weiterverarbeitung der Lebensmittel. Gerade darin waren die Steinzeitmenschen wahre Meister – zwangsläufig. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1216704_image" /></div> <BR /><BR />Abgesehen von der praktischen Anwendung der prähistorischen Überlebenstechniken gab es für die Teilnehmer auch noch ordentlich Action: Bogenschießen nach Art der Steinzeitmenschen. Allein schon der Bogen mit den Sehnen aus Rohhaut bzw. Leinenfaser sowie die Pfeilspitzen aus scharfkantigen Steinen waren eine Besonderheit. <BR />„Der Tag ist im Nu verflogen, die Rückmeldungen der Teilnehmer waren sehr positiv und sie hatten auch keinerlei Berührungsängste gezeigt“, zog der Steinzeit-Experte ein zufriedenes Fazit. Somit dürfte einer Neuauflage dieses Erlebnisses nichts im Wege stehen.