Dienstag, 15. November 2016

Die Rache des Joe Biden

Wenn es nach Joe Biden geht, wird Donald Trump niemals das WLAN-Passwort für das Weiße Haus erfahren. Der Vize von Präsident Barack Obama würde die Wände auch gerne mit einer mexikanischen Flagge schmücken – zumindest in der Fantasie einiger Twitter-Nutzer.

Standen 8 Jahre lang Seite an Seite: Vize Joe Biden und Noch-Präsident Barack Obama.
Standen 8 Jahre lang Seite an Seite: Vize Joe Biden und Noch-Präsident Barack Obama. - Foto: © APA/AFP

Seit der Wahlnacht verbreitete sich in sozialen Netzwerken eine ganze Flut fiktiver Dialoge zwischen Biden und Obama. Der 73-jährige Vizepräsident will darin meist Rache an Trump nehmen und stiftet Obama an. Der reagiert nicht selten genervt.

Solche imaginären Gesprächsfetzen gab es schon, bevor Trump zum 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt wurde. Aber in den vergangenen Tagen wurden es noch einmal sehr viele mehr. Vielleicht ist es eine Art Schocktherapie, um das Wahlergebnis zu verarbeiten.

Biden: "Ich gebe ihnen nicht das Wifi-Passwort" - Obama: "Joe..." - Biden: "Ich hab gesagt, was ich sagen wollte."

"Ich habe einen kenianischen Pass in deinem Schreibtisch gelassen, nur um ihn zu verarschen" - "Joe" - "Oh, und einen Gebetsteppich in deinem Schlafzimmer. Er wird durchdrehen!" - "Verdammt nochmal, Joe"

Obama: "Ich hätte nicht gedacht, dass er zu spät kommen wird" - Biden: "Ich habe ihm die falsche Adresse gegeben" - Obama: "Joe, er ist der gewählte Präsident" - Biden: "Ist mir ganz egal wie sie ihn nennen"

Biden: "Ok, das ist der Plan: Hast du Kevin allein Zuhaus gesehen?" - Obama: "Joe, nein" - Biden: "Nur eine Falle" - Obama: "Joe"

Biden: "Was, wenn wir die mexikanische Flagge an die Wand des Büros malen?" - Obama: "Joe, nein" - Biden: "Ich hab die Farbe schon bestellt" - Obama: "Joe"

Obama: "Hast du alle Toilettensachen mit Produkten in Reisegröße ausgetauscht?" - Biden: "Er hat winzige Hände, Barack, ich will, dass er sich hier willkommen fühlt."

Noch mehr Biden-Tweets gibt es hier.

Obama und Biden sind sehr enge Verbündete, in den vergangenen acht Jahren hat sich zwischen beiden eine Freundschaft entwickelt, die über das Amtsverhältnis hinausgeht. Als Bidens Sohn Beau 2010 einen Schlaganfall erlitt, bot Obama seinem Vize finanzielle Unterstützung an. Als Beau 2015 an Krebs starb, hielt der Präsident eine sehr bewegende Trauerrede.

Auch Obama und Biden machen ihre „Bromance“ – ein Kunstwort aus Brother (Bruder) und Romance (Romanze) – gerne zum Thema. In einem Video knüpfte Obama unlängst ein Freundschaftsbändchen mit den Buchstaben „Joe“.

dpa

stol