<b>Von Martina Hofer</b><BR /><BR />Er macht es mit links, genauso wie mit rechts, und braucht meist weniger als eine Sekunde, um zu siegen: Ma<?TrVer> nuel Telser aus Taufers im Münstertal zählt zu den stärksten Armdrückern Italiens. Ja, richtig gelesen. Das, was viele von Kraftproben auf Schulhöfen und Dorffesten kennen, ist tatsächlich eine weltweit anerkannte Kampfsportdisziplin. In Ländern wie Russland oder Kasachstan gibt es sogar eigene Ausbildungsstätten dafür. „Recht viel weiter aber sind die Athleten dort dennoch nicht“, sagt einer, der es wissen muss. Manuel Telser ist nämlich vierfacher Junioren-Italienmeister im Armwrestling, wie das <?Uni SchriftWeite="97ru"> hierzulande oft genannte „Braccio<?_Uni> di ferro“ heißt. Dabei gehörte der 17-Jährige keineswegs zu denen, die schon als Kind gerne „stark“ waren und sich mit anderen ma<?TrVer> ßen. Im Gegenteil. Das älteste von drei Geschwistern lernte Tuba, trat der Musikkapelle bei, fand seine Passion im Radfahren und besuchte irgendwann auch ab und an das Fitnessstudio.<BR /><BR /><h3> Ein Plakat auf Facebook und der erste Sieg</h3>Ein läppischer Zufall aber veränderte 2021 sein Leben. Auf Facebook poppte eines Tages nämlich ein Plakat der Italienmeisterschaft im Armwrestling auf. „Ich hatte damals keine Ahnung da<?TrVer> von, aber das Plakat hat mir gefallen“, erzählt Manuel Telser. So überredete er seine Mutter, ihn doch nach Gardone Riviera zu fahren. „Es gab kein Preisgeld, das mich angespornt hätte, es war wirklich nur die Neugierde“, erzählt der durchtrainierte Maurerlehrling – der wider Erwarten an diesem Tag am Gardasee ohne jegliche Vorkenntnisse doch tatsächlich Doppel-Junior-Italienmeister über 80 Kilogramm in der Kategorie Männer/Semiprofessionell wurde und unter den 30 Profis Platz drei abstaubte. <BR /><BR />„Das Ergebnis war schon flott“, kommentiert er knapp, aber bestimmt die Wende in seinem Le<?TrVer> ben. Denn: Mit dem Sieg hatte er plötzlich auch einen Namen in der Szene. „Samuele aus Nals, ein Profi, der auf Weltniveau unterwegs ist, meldete sich daraufhin bei mir“, erzählt Telser von seinem heutigen Coach. Dieser brachte ihm schließlich die Re<?TrVer> geln und Techniken des Sports bei und trainiert ihn seit 2023.<BR /><BR /><h3> Tagsüber Ziegel heben, abends Armdrücken</h3>Gemeinsam wurde auch Südtirols erste, 20-köpfige Armwrestling-Trainingsgruppe gegründet. Sie trifft sich jeden Samstag in Neumarkt, um gemeinsam am Tisch zu drücken. Unter der Woche aber trainiert Telser vorwiegend für sich. Daheim in Taufers im Münstertal hat sich der 103-Ki<?TrVer> lo-Mann einen Raum eingerichtet, in dem fast täglich abends von 20 Uhr bis meist 2 Uhr morgens gepumpt und geschwitzt wird. Das Wichtigste am Training sei aber nicht, Hunderte Kilos zu stemmen und einen fetten Bizeps zu haben, sagt der Italienmeister.<BR /><BR />Im Gegenteil. „Ich arbeite mit leichten Geräten von fünf bis zehn Kilogramm und mache langsame Bewegungen mit großen Radien“, sagt Telser. Nur so konditioniere man die Sehnen, werde wirklich stark und reduziere das Verletzungsrisiko. Muskelfaserrisse hat er nämlich schon einige hinter sich. „Vor allem am Anfang waren vier heftige dabei“, weiß der 17-Jährige und stählt seinen Körper am liebsten mit Liegestützen oder Klimmzügen, wenn er nicht gerade Griffe und Positionen an einem Wettkampftisch mit Kabelzug übt.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1110723_image" /></div> <BR /><BR />Immer öfter sitzt ihm da auch seine kleine Schwester gegenüber. Lena (12) hat nämlich ebenfalls das Armwrestlingfieber gepackt. Bei ihrem ersten Wettbewerb heuer in Bergamo holte sie gleich zwei Siege. „Sie hat sogar 30-Jährige <?Uni SchriftWeite="97ru"> geschlagen, die so lange trainieren, wie Lena alt ist“, sagt der stolze Bruder.<?_Uni> Er bereitet sich aktuell auf die „Coppa Italia“ im Dezember vor – so gut es zumindest geht. Denn Manuel Telser hat keine Sponsoren und geht daher tagsüber seinem Maurerberuf nach. Förderlich sei dies freilich nicht für seine Leistung, weiß er.<BR /><BR /><h3> Die Weltmeisterschaft 2025 als großes Ziel</h3>„Durch die körperliche Arbeit am Bau haben meine Arme nicht gerastet, und das wirkt sich sofort auf die Kraft aus.“ Da bringe es auch nichts, Spinat zu essen wie der famose Comicheld Popeye, lacht Manuel Telser, der stets dar<?TrVer> auf achtet, nicht zu hungern und ausreichend Aminosäuren, Collagen und Kalzium zu sich zu nehmen. Sie sollen die Regeneration von Sehnen und Muskeln beschleunigen. <BR /><BR />Und Manuel Telsers großes Ziel für die kommenden Jahre? Er will Weltmeister werden. „2022 hatte ich mich als Italienmeister schon qualifiziert, bin dann aber nicht hingefahren. 2025 möchte ich jedoch das Ticket für die WM 2025 in Bulgarien lösen“, steckt er sich hohe Ziele. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1110726_image" /></div> <BR /><BR />Die Konkurrenz weltweit ist stark. Besonders in den eingangs erwähnten Ländern ist Armwrestling sozusagen ein Nationalsport, und Athleten gehen der Disziplin sogar im Hauptberuf nach. <BR /><BR />Vor einem Match „drücken“ will sich der Vinschger Hobby-Athlet trotzdem nicht: „Wichtig ist das Gesamtpaket, die Kraft, die Technik und der Kopf. Es braucht höchste Konzentration und das Verständnis dafür, was auf dem Tisch passiert. Dann zählt der Moment und dass man alles auf einen Punkt bringt“, sagt einer, der schon viele Matches im In- und Ausland für sich entscheiden konnte. <BR /><BR />Daheim im Tal und unter Freunden erntet er für seine starken Leistungen und seinen Ehrgeiz mittlerweile viel Respekt und Anerkennung. „Mich zu fragen, ob ich gegen sie im Armdrücken antrete, das hat aber aufgehört“, sagt Manuel Telser und lacht. Nicht nur, weil er immer gesiegt habe, so der Vinschger, sondern auch, weil er mittlerweile solche Herausforderungen ablehne: „Ich würde damit andere nur verletzen, und das will ich nicht.“<BR /><BR /><BR /><embed id="dtext86-67895867_listbox" />