Die herausragende Leistung wurde verfilmt und sorgte nicht nur bei Bergfilmfestivals für Aufsehen: Beim IFF Oz Indie Film Festival wurde „North6“ als „Best Sports Film“ ausgezeichnet. <BR /><BR />Die 6 klassischen Nordwände – das sind die von Petit Dru (3733 Meter) und Grand Jorasses (4208 Meter, beide in der Mont-Blanc-Gruppe/Frankreich), Matterhorn (4478 Meter, Walliser Alpen/Schweiz), Eiger (3967 Meter, Berner Alpen/Schweiz), Piz Badile (3308 Meter, Bergell/Schweiz) und Große Zinne (2999 Meter, Dolomiten). Bereits die Durchsteigung einer dieser Wände ist eine große alpinistische Unternehmung, geschweige die Aneinanderreihung aller 6. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="885161_image" /></div> <BR /><b><BR />Simon Gietl</b> (38) und <b>Roger Schäli</b> (44) setzten dem Ganzen die Krone auf, indem sie die Strecke von einem Gipfel zum nächsten mit dem Rennrad zurücklegten. Für den Abstieg wählten die beiden Alpinisten teilweise den Luftweg mit dem Paragleiter. Unter dem Strich stehen 13 aktive Tage, ein Pausentag und 3 Schlechtwettertage. <BR /><BR />Der knapp halbstündige Dokumentarfilm „North6“ über die herausragende Leistung von Gietl und Schäli feierte am 12. Mai 2022 in München im Rahmen des Alpenfilmfestivals Premiere. Eine Woche später fand die Italien-Premiere im Bozner Filmclub statt. Es folgten zahllose Vorführungen bei Bergfilmfestivals vom deutschsprachigen Raum über Großbritannien und Bulgarien bis nach Neuseeland. Und beim IFF Oz Indie Film Festival im australischen Melbourne wurde „North6“ als „Best Sports Film“ ausgezeichnet. <h3> „Unvergessliche Zeit“</h3>„Wow, was für eine unglaubliche Ehre, diese Auszeichnung zu erhalten. Ich möchte mich bei allen bedanken, die dieses großartige Projekt möglich gemacht haben, es ist und bleibt eine unvergessliche Zeit“, postete Simon Gietl nach Bekanntwerden der Auszeichnung auf Instagram. „Die Auszeichnung ist vor allem Anerkennung und ein wichtiges Zeichen der Wertschätzung für das kleine, aber super Team, das uns begleitet hat“, sagte der Luttacher Alpinist und Bergführer zu s+. Dessen tatkräftige Arbeit bei der Umsetzung des Projekts habe „North6“ erst ermöglicht. „Ein Team von 10 bis 15 Leuten hat uns soweit unterstützt, dass Roger und ich uns vollkommen auf das Klettern konzentrieren konnten.“<BR /><BR />„Die Idee, das Projekt zu verfilmen, entstand sehr schnell während der Planungsphase“, erzählte Simon Gietl. Vor allem der berühmte Outdoor-Fotograf und -Filmer <b>Frank Kretschmann</b>, der als Regisseur für den Film gewonnen werden konnte und Gietl zuvor bereits mehrmals auf Expeditionen begleitet hatte, drängte dazu, das Unternehmen in bewegten Bildern festzuhalten. <BR /><BR />Und diese Bilder entstanden dann auch alle „live“ vor Ort. „Wir haben keine Aufnahmen in den Wänden nachgestellt“, betont Gietl. Einzig die Interviews im Film seien nach dem Ende des erfolgreichen Projekts entstanden. „Für Frank war das ganz wichtig. Denn man kann die Emotionen während der Tour, die Müdigkeit und vieles mehr nicht nachstellen. Auch nicht die Stimmung im Team“, unterstrich Gietl. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="885164_image" /></div> <BR /><BR />Die ersten 5 Nordwände sind Simon Gietl und Roger Schäli allein geklettert. „Da haben wir uns großteils selbst gefilmt, vor allem mit unseren Helmkameras“, so Gietl. Zusätzlich entstanden Aufnahmen von Drohnen und Hubschraubern aus. Erst in der Nordwand der Grandes Jorasses wurden die beiden Kletterer von einem Bergführer und einem Kameramann begleitet. <BR /><BR />Im Moment ist Simon Gietl mit Dreharbeiten über seine Solo-Überschreitung der Geislerspitzen vor wenigen Wochen beschäftigt. Vor allem Drohnenaufnahmen werden nachgestellt. „Danach geht es für mich in 2 Wochen nach Indien auf Expedition“, erzählt Gietl. Ziel ist die Erstdurchsteigung einer Wand am 6660 hohen Meru Peak im indischen Teil des Himalaja-Gebirges.