Das Streben nach Perfektion, die man zwar immer wieder erreichen, aber nie komplett beherrschen könne – das sei der Reiz am Biathlonsport, erklärt Dominik Windisch seine Leidenschaft, die ihn auch nach seinem Abschied aus dem aktiven Leistungssport nicht loslässt. Mittlerweile trainiert er den Landeskader. 2- bis 3-mal im Monat trifft er sich mit dieser Südtiroler Auswahl und begleitet das Training in den Heimatvereinen der jungen Sportler im Alter zwischen 14 und 18 Jahren. Nebenbei ist er auch noch Betreuer an der Sportschule in Mals. Gerade durch seine Tätigkeit als Betreuer sieht er sich ein wenig in der Pflicht, da er dadurch einiges von dem zurückgeben könne, das er selbst dort als Schüler erfahren habe: „Die Sportschule in Mals ist eine tolle Institution, der ich viel zu verdanken habe.“<BR /><BR />Außerdem liegt die Schule geografisch für ihn sehr günstig, sozusagen auf halbem Weg zwischen Oberrasen und Chur im Schweizerischen Graubünden, wo seine Frau Julia als Tierärztin arbeitet. Nach ihrem Studium in Budapest hat es die junge Olangerin beruflich dorthin gezogen. Das bedingt, dass das Paar hin- und herpendelt, um die Wochenenden entweder diesseits oder jenseits der Grenze zusammen zu verbringen. Irgendwann wird das gemeinsam erbaute Haus in Oberrasen ihr fester Mittelpunkt werden, aber derzeit nehmen sie die vielen Pendlerkilometer gerne in Kauf.<h3> Einen Traum erfüllt</h3>Nach ihrer Hochzeit im vergangenen September haben sie sich bei ihrer Hochzeitsreise im November einen gemeinsamen Traum erfüllt: Sie sind den legendären New-York-City-Marathon gelaufen. Es sei dies für ihn ein willkommenes sportliches Ziel auf dem wichtigen Weg gewesen, das intensive Sporttraining langsam auslaufen zu lassen, denn eine abrupte Unterbrechung des Trainings führe zu gesundheitlichen Problemen, erklärt der Fachmann. Julia war von dieser Idee von Anfang an begeistert, hat ihren Dominik dabei unterstützt und fleißig mittrainiert.<BR /><BR />Der New-York-Marathon findet seit 1970 alljährlich am ersten Sonntag im November statt und führt von Fort Wadsworth auf Staten Island über Brooklyn, Queens und die Bronx nach Manhattan bis zum Central Park. Den beiden sei es dabei nicht um die Zeit gegangen, sondern ums Dabeisein. Es sei dies ein „Wahnsinns-Erlebnis“ gewesen, von dem auch die Holztafel erzählt, die er seiner Frau zu Weihnachten geschenkt hat: Darauf sind die Skyline New Yorks und die Marathon-Route mit der erreichten Zeit von etwas mehr als 4 Stunden verewigt. Zusammen mit den beiden Teilnahmemedaillen hängt die Tafel im Stiegenaufgang zur Wohnung. Nach dem Marathon blieb aber auch noch Zeit für den Besuch eines Musicals am Broadway, bevor das Paar den Rest der Hochzeitsreise in Costa Rica genossen hat.<BR /><BR />Überhaupt sind sie gerne zu zweit unterwegs – mit ihrem Camper, mit dem sie mittlerweile fast ganz Italien und auch Teile der Schweiz „erkundet“ haben. Abseits von überfüllten Campingplätzen, überbuchten Hotels und überlaufenen Städten suchen sie dabei romantische Landschaftserlebnisse, genießen einen schönen Sonnenuntergang oder eine einsame Meeresbucht.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="853199_image" /></div> <BR /><BR />Auch das Bergerlebnis sei nun wieder ein ganz anderes. Zum Training sei er hinaufgerannt und ohne Rast gleich wieder talwärts gelaufen. Jetzt könne er bei jeder Wanderung die Landschaft und die Zeit mit Freunden genießen. Und vor Kurzem hat er auch die Skitouren für sich entdeckt. Gemeinsam mit Julia und einigen Freunden war er vor einigen Wochen auf den Armentara Wiesen im Gadertal unterwegs. Den Abend haben sie bei einem Brettspiel ausklingen lassen. Ein Spieleabend mit Freunden, das ist eine weitere Leidenschaft des Paares. Dabei kommen vor allem Rätsel-, Gedächtnis- und Strategie-Spiele auf den Tisch.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="853202_image" /></div> <BR /><BR />Wenn Dominik Windisch zu einem bestimmten Anlass ein besonderes Geschenk braucht, dann greift er gerne selbst zu den Buntstiften und zeichnet eine Karikatur – natürlich mit persönlichem Bezug zu den Beschenkten. Dabei brauche er aber immer eine konkrete Vorlage, meist ein Foto, so wie das auch bei der Karikatur von Julia und ihm als Hochzeitspaar der Fall war, die auf der großen Weinflasche am Fensterbrett in der Küche abgebildet ist. Ganz dieser kreativ-künstlerischen Ader verfallen, will er nun auch das Holzschnitzen erlernen. Wie auf dem leeren Blatt Papier etwas Neues entsteht, so reize ihn auch, aus einem Stück Holz etwas Eigenes zu schaffen.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="853205_image" /></div> <BR /><BR />Nun habe er auch „endlich wieder Zeit“, das zu machen, was ein Sportler oft nicht tun kann: Freunde treffen und mit ihnen – wenn’s „einmal später wird“ – ohne schlechtes Gewissen feiern. Daher freut er sich auch auf den Biathlon-Weltcup nächste Woche in Antholz, den er nun wiederum als „normaler“ Zuschauer besuchen und auch die Atmosphäre am Rande der Loipe und am Abend genießen könne. Und dann denkt er natürlich auch schon an die Olympischen Spiele 2026, aber diese lasse er auf sich zukommen – wie so vieles, das nun möglich ist, weil er das straffe Sportlerkorsett abgelegt hat.<h3> Zur Person</h3><Gotham_Bold>Dominik Windisch</Gotham_Bold> (33) war seit seiner Kindheit leidenschaftlicher Biathlet, aber damals – im Gegensatz zu seinem älteren Bruder Markus – nicht sonderlich erfolgreich. Sein damaliger Trainer Armin Auchentaller hat ihn überredet, in der 3. Klasse an die Sportoberschule nach Mals zu wechseln. Von da an ging es steil bergauf: Im Maturajahr 2008 kam Windisch zur Sportgruppe des Heeres und in die Nationalmannschaft. Er wurde Weltmeister und hat 3 Olympia- und 3 WM-Medaillen gewonnen. Im Frühjahr 2022 hat er seine Sportlerkarriere beendet und im September 2022 Julia Pörnbacher aus Olang geheiratet. Das Paar wohnt in Oberrasen.<BR /><BR />