Unter anderem kommen ein (!) Hausschuh von Franz Joseph I., die buchstäblich letzte Weste von Kaiser Maximilian I. von Mexiko und Sisis Reitfächer unter den Hammer. <BR /><BR />Fans von Kaiser Franz Joseph I. dürfen sich auf persönliche Erinnerungsstücke des Monarchen freuen. Angeboten werden unter anderem ein Spazierstock aus Kindertagen, ein Taschentuch, ein Zigarrenspitz und eine Kinderzeichnung. Ebenfalls dabei: ein Ziegenleder-Hausschuh, den der Monarch – natürlich als Paar – um 1914 in privater Umgebung getragen hat. Der bequeme Hausschuhe aus weichem Ziegenleder mit lila Seidenfutter besitzt eine gesiegelte Herkunftsbestätigung des Leibkammerdieners Eugen Ketterl, der 1916 bestätigte, dass „diese Hausschuhe ausschließlich von Weil. Sr. k. u. k. Apostol. Majestät Franz Josef I. getragen wurden.“ Der Schätzwert des kaiserlichen „Påtschn“ liegt zwischen 2.000 und 4.000 Euro. <h3> Fans greifen teils tief in die Tasche</h3>Sie staunen über den stattlichen Preis? Habsburg-Verehrer greifen mitunter tief in die Tasche, wenn es um Erinnerungsstücke aus dem Kaiserhaus geht. So wurde eine Feldmarschall-Uniform von Franz Joseph I. vor einigen Jahren für stolze 110.500 Euro versteigert. Gegenstände wie seine persönliche Melone, sein Zwicker oder sein Schreibzeug wurden in der Vergangenheit teils für Summen zwischen 9.600 und 25.300 Euro ersteigert. Der nun angebote Hausschuh wurde – vermutlich mit seinem „Zwilling“ – für 11.250 Euro ersteigert. <BR /><BR />Der eigentliche Schwerpunkt der Auktion liegt aber auf Kaiserin Elisabeth von Österreich, deren Persönlichkeit und Mythos bis heute faszinieren. Zahlreiche Objekte spiegeln den Schönheitskult wider, den „Sisi“ mit eiserner Disziplin pflegte und der zu einem wesentlichen Teil ihrer Legende wurde. Ihr Haar, ihre strengen Schönheitsrituale und ihre obsessive Körperpflege wurden europaweit bewundert und imitiert.<BR /><BR />Ein außergewöhnliches Objekt ist ein Toilettkästchen (Bild unten), das der jungen Kaiserin 1854 anlässlich ihrer Hochzeit von der Bürgerschaft der Stadt Karlsbad gewidmet wurde. Das aufwendig gearbeitete Möbelstück ist reich mit Karlsbader Sprudelstein besetzt – einer seltenen mineralischen Kalkablagerung aus den berühmten Thermalquellen der böhmischen Kurstadt. Das Kästchen wurde bereits 1932 in München bei der Versteigerung des Nachlasses der Tochter des Kaiserpaares, <b>Prinzessin Gisela von Bayern</b>, angeboten. <BR /><BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1317612_image" /></div> <BR /><BR />Unter den Hammer kommen auch ein persönlicher Reitfächer Sisis aus den Jahren um 1870/80, von dem sich ein identisches Exemplar im Wiener Möbelmuseum befindet, sowie ein prachtvoller Spitzenfächer mit Perlmutt- und Beingestell und graviertem Monogramm „E“ und österreichischer Kaiserkrone. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1317615_image" /></div> <BR /><BR />Fächer gehörten zu den unverzichtbaren Begleitern höfischer Damen und dienten nicht nur der Etikette. Elisabeth, die stark unter dem Älterwerden litt, trug vor allem in späteren Jahren häufig Fächer, um ihr Gesicht zu verdecken. Ein goldenes Armband und eine goldene Brosche, Geschenke Elisabeths an ihre Enkelin <b>Erzherzogin Elisabeth</b> („Erzsi“ genannt), werden ebenfalls versteigert.<h3> Brisantes Stück</h3>Besondere historische Brisanz besitzt die Weste <b>Kaiser Maximilians I.</b> von Mexiko. Der Bruder von Kaiser Franz Joseph trug diese Seidenbrokat-Weste mit floralen Motiven in der Nacht vor seiner Hinrichtung am 19. Juni 1867 in Querétaro. Das Kleidungsstück stammt aus der Sammlung Buckley-Smith (USA). <b>Aloise Steiner Buckley</b>, die die Herkunft handschriftlich bestätigte, war die Gemahlin des amerikanischen Anwalts und Ölunternehmers <b>William F. Buckley Sr.</b> (1881-1958), der während der Militärdiktatur von <b>Victoriano Huerta</b> großen Einfluss in der mexikanischen Politik erlangt hatte.<BR /><BR />Nicht zuletzt sind Objekte mit Bezug zu <b>Prinz Eugen von Savoyen</b> zu haben. Von ihm gelangt zum Beispiel ein seltenes Banketttafeltuch mit acht passenden Servietten zur Versteigerung. Der prachtvolle Leinendamast zeigt eingewebte Darstellungen des Prinzen mit seinem Hund Eugenius sowie der Belagerung von Lille 1708 während des Spanischen Erbfolgekriegs.