Es herrscht Geschäftigkeit am Set, alle sind konzentriert – vom Kameramann und dem Assistenten bis hin zur Kostümbildnerin – jeder an seinem Platz. „Achtung! Wir drehen!“, ruft der Aufnahmeleiter.<BR /><BR />Gedreht wird bei der Koppel. Tobias, der Pferdewirt longiert einen Haflinger in der Koppel und gibt klare Kommandos. Gespielt wird er vom bekannten Südtiroler Schauspieler Anton Algrang. Für Tobias ist klar: Partnerschaft zwischen Mensch und Pferd beginnt in der Koppel. <BR /><BR />So nimmt der Pferdewirt erst gar keine Notiz von Irene, dem Großstadtkind, das plötzlich auf dem Tschögglberg auftaucht. Der Grund: Ihr verstorbener Bruder hat ihr ein Pferd vermacht: das Springpferd Thunder. Irene ist durch den Wind und völlig ratlos, was sie mit dem Wallach anfangen soll. Dass sie eben über dieses Pferd ein Band zum Bruder knüpft, ahnt sie da noch nicht. Gespielt wird Irene von der renommierten italienischen Schauspielerin Ludovica Martino – bekannt aus Filmen und Serien wie „Skam“. <BR /><BR />„Ein Großteil der Filmcrew kommt aus Südtirol“, sagt Produzentin Traudi Messini von Mediaart, Bozen. Regie führen Stefania Accettulli und Matteo Raffaelli – zwei junge Talente der Branche. Es ist ein ambitioniertes Projekt, an das sie sich gewagt haben. „Aufnahmen mit Tieren sind herausfordernd, ebenso Nachtaufnahmen und der Einsatz verschiedenster Technik“, sagt Stefania Accettulli. Für die Boznerin ist der Film Beruf und Leidenschaft. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1308075_image" /></div> <BR /><BR />Die jungen Regisseure arbeiten mit erfahrenen Schauspielern, die schon bei großen Produktionen vor der Kamera standen. Der Brunecker Anton Algrang etwa hat bereits internationale Filmerfahrung gesammelt – unter anderem mit Hollywood-Star Tom Cruise in Operation Walküre.Gedreht wird im Stall und auf dem Reitplatz, in der Koppel und auf den Lärchenwiesen des Saltens. Die Dolomiten bilden die Kulisse. <BR /><BR />Auch die Handlung fasziniert, macht neugierig. „Hier bin ich; wir haben telefoniert“, sagt Irene zum Pferdewirt. Dieser verzieht keine Miene. „Ich habe schon vor zwei Wochen auf dich gewartet“, antwortet er mürrisch. Die Städterin fühlt sich fehl am Platz, weiß auch mit ihrem Erbe, dem Pferd Thunder, nichts anzufangen. Dass es genau Thunder sein wird, der sie ihrem verstorbenen Bruder näher bringt, konnte sie nicht ahnen. <BR /><BR />„Thunder e mio Fratello“ erzählt eine berührende Geschichte über eine besondere Verbindung zwischen Mensch und Tier. Die Frau aus der Großstadt erlebt einen Wandel, wird zum Menschen, der die Natur verstehen und mit ihr leben lernt. <h3>Wie Entscheidungen das Leben und Umfeld prägen</h3>„Wir zeigen, wie Entscheidungen das eigene Leben und das Umfeld prägen“, erklärte Regisseur Raffaelli. Dies sei die zentrale Botschaft des Films. <BR /><BR />Die Dreharbeiten sind mittlerweile abgeschlossen; jetzt wird das Material gesichtet und bearbeitet. Ende Juni soll der Film fertig sein – sehr zur Freude von Georg Oberkofler, der den Hof mit dem Haflingergestüt für die Aufnahmen zur Verfügung stellte. „Ich bin überrascht, wie aufwendig die Produktion eines Films ist“, sagt er.