„Enea“ fühlt sich im Vinschgau offensichtlich wohl, er er wird nicht mehr lange dort bleiben. <BR /><BR /><BR /><i>Von Burgi Pardatscher Abart</i><BR /><BR />Lotte Kager aus St. Pauls (Gemeinde Eppan) hat den Waldrapp fotografiert, der derzeit keine Anstalten macht, seinen Flug Richtung Norden fortzusetzen. Die passionierte Vogelbeobachterin nimmt an, dass der Waldrapp eigentlich auf dem Weg nach Deutschland ist.<BR />In Burghausen (Bayern) und in Überlingen (Baden-Württemberg) befinden sich nämlich Brutgebiete, die Zuge des EU-Projektes zur Wiederansiedelung des Waldrapp eingerichtet wurde. 8 Projektpartner aus Deutschland, Österreich und Italien haben sich zum Ziel gesetzt, den Waldrapp wieder anzusiedeln. <BR /><BR /><b>Waldrappe sind selten und auffällig</b><BR /><BR />Der Zugvogel war bis ins 17. Jahrhundert auch in Mitteleuropa heimisch und verschwand durch Überjagung fast zur Gänze. Im Jahr 2013 gab es nur noch ein Exemplar dieses Vogels mit dem schwarzen, grün-violett glänzenden Gefieder. Auffallend sind sein kahler Kopf, die rot gefärbten Beine und der rote, nach unten gebogene schlanke Schnabel. Er zählt zu den am stärksten bedrohten Vogelarten weltweit.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="634634_image" /></div> <BR />Im Jahr 2017 erregte das Projekt auch Aufsehen im Vinschgau. 31 Waldrappe, die von menschlicher Hand aufgezogen worden waren, flogen begleitet von einem Ultraleichtflugzeug vom Bodensee über den Vinschgau in Richtung Süden. Auf diese Weise sollten die Tiere lernen, in ihr Winterquartier in der Toskana zu fliegen. <BR />2 Jahre später kehrte erstmals ein Waldrapp selbständig aus der Toskana wieder nach Überlingen zurück, wie auf der Homepage des EU-Projektes (www.waldrapp.eu) zu lesen ist.<BR />Im Brutgebiet Burghausen in Bayern war dies bereits im Jahr 2011 gelungen. Dort war auch die passionierte Vogelkundlerin Lotte Kager vor einigen Jahren zu Besuch und hat sich über die Waldrappe und ihre Aufzucht informiert. <BR /><BR /><b>Ende März starten die Vögel Richtung Norden</b><BR /><BR />Wie auf der Homepage weiter zu lesen ist, kehren die ersten Vögel Anfang April aus ihrem Winterquartier in der Toskana wieder nach Burghausen zurück und beginnen mit der Balz und Brut. Ab etwa Mitte Juni werden die Jungvögel flügge. Etwa ab Anfang August verlassen die Vögel wieder das Brutgebiet. Oft bleiben sie noch über Wochen im nördlichen Alpenvorland und kehren nur noch sporadisch nach Burghausen zurück. Im September brechen sie wieder in Richtung Süden auf. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="634637_image" /></div> Lotte Kager meinte zunächst, dass auch der Waldrappe in Agums nur eine Zwischenstation auf dem Weg nach Burghausen gemacht habe. Dee Vogel namens Enea war um den 28. März von der Toskana in Richtung Norden aufgebrochen und Anfang April im Obervinschgau angekommen. Diese Flugroute lässt sich anhand des Peilsenders nachverfolgen, die der Waldrapp seit dem vergangenen Frühjahr auf seinem Rücken trägt. „Im oberen Vinschgau gefällt es ihm offensichtlich, denn auf den weiten Wiesen findet er hier ideale Bedingungen vor“, stellt Lotte Kager fest, die auch Mitglied der Arbeitsgemeinschaft für Vogelkunde ist. 4 weitere Waldrappe sollen auf ihrem Flug nach Norden einen Zwischenstopp in Mals eingelegt haben. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="634640_image" /></div> <BR />Auch im Vorjahr hatten sich 2 Waldrappe mehrere Tage in Mals aufgehalten. „Agada“ und „Grignolino“ wurden von der damals 9-jährigen Emma Dietl und ihrem 5-jährigen Bruder Paul mit den Eltern über mehrere Tage beobachtet. Die beiden Waldrappe stammten aus einer Brutkolonie bei Salzburg und hatten bei Cavalese überwintert. <a href="https://www.stol.it/video/media/ein-wirklich-schraeger-vogel-im-etschtal-gefilmt" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Auch im Etschtal wurde kürzlich ein Waldrapp beobachtet und gefilmt</a>. <BR /><BR /><BR /><BR />