Donnerstag, 01. Oktober 2020

„Tatort“-Kommissar Richie Müller: Ein Herz für Südtirol

Er ist Schauspieler von Beruf, Autorennfahrer in seiner Freizeit, Porsche-Begeisterter aus Leidenschaft und Südtirol-Fan von ganzem Herzen. Die Rede ist von Richy Müller, der vor kurzem seinen 65. Geburtstag im kleinen Kreis und mit seinen engsten Freunden in Südtirol gefeiert hat.

Hotelier  Dietmar Erlacher  ( links) hat Richy Müller vor einigen Jahren beim Hahnenkamm-Rennen in Kitzbühel kennengelernt. Der Schauspieler hat ein Händchen für die Suche nach Steinpilzen – die natürlich sofort in der Pfanne landeten.
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Hotelier Dietmar Erlacher ( links) hat Richy Müller vor einigen Jahren beim Hahnenkamm-Rennen in Kitzbühel kennengelernt. Der Schauspieler hat ein Händchen für die Suche nach Steinpilzen – die natürlich sofort in der Pfanne landeten. - Foto: © Privat
Hans-Jürgen „Richy“ Müller (65) hat sie alle geschnappt. Killer und Betrüger. Als „Tatort“-Kommissar Thorsten Lannert ist er seit 2008 im Einsatz und populär geworden, und spätestens seit seiner Rolle als Milan Sova in Rob Cohens Triple X, bei dem er an der Seite von Hollywoodstar Vin Diesel spielte, ist Richy in aller Welt bekannt.

Sein Durchbruch gelang ihm mit dem Fernsehdreiteiler „Die große Flatter“ im Jahr 1979. Darin spielte er den Jugendlichen Richy, der in einer Obdachlosensiedlung am Stadtrand von Berlin lebt.

Da der Schauspieler nach dem Erfolg öfters als „Richy“ angesprochen wurde, machte er den Name kurzerhand zu seinem Künstlervornamen, und der Rest ist Geschichte. Die wenigsten kennen ihn noch unter seinem richtigen Vornamen, und eines ist klar: Hätte der Mime nicht damals, vor über 40 Jahren, als jugendlicher Außenseiter vor der Kamera gestanden, würde heute im „Tatort“ ein schauspielernder Hans-Jürgen aus dem alten Porsche aussteigen und auf Verbrecherjagd gehen – und kein Richy.

Diese Rolle ebnete dem gebürtigen Mannheimer den Weg auf die Bühnen und in die TV- und Filmproduktionen, auch wenn sie Fluch und Segen zugleich war. „Es hat mich 15 Jahre Kampf gekostet, das Image des raubeinigen Machos und harten Lederjacken-Typen aus dem ersten Filmerfolg wieder loszuwerden“, sagte Müller vor einiger Zeit in einem Interview. Nach „Die große Flatter“ konzentrierte sich Müller einige Jahre aufs Theaterspielen, bevor er mit „Einer meiner ältesten Freunde“ wieder auf die Leinwand zurückkehrt.

Geburtstag in Südtirol

Apropos älteste Freunde: Vor kurzem feierte der Mime und bekennende Südtirol-Fan hierzulande seinen 65. Geburtstag. Dies war Anlass genug, dass ihm seine 2 ältesten Südtiroler Freunde, der Brunecker Unternehmer Günther Gang und der Hotelier Dietmar Erlacher aus Vals, einige Überraschungen bereiteten.


Kennengelernt hatten die beiden Richy vor einigen Jahren in Kitzbühel, als sie beim berühmten Hahnenkamm-Rennen aufeinandertrafen. Seitdem herrscht ein reger Kontakt zwischen den Freunden, und bereits im Juni war Richy als Überraschungsgast zusammen mit der Biathlon-Doppelweltmeisterin und „Dolomiten“-Sportlerin des Jahres Dorothea Wierer zum Geburtstag von Dietmar Erlacher geladen – natürlich eingefädelt vom Netzwerker aus Leidenschaft Günther Gang.

Richys besonderes Talent


Der 65. Geburtstag des in Chieming am Chiemsee lebenden Schauspielers sollte etwas ganz Besonderes werden. Dass Richy in Südtirol feiert, stand schon fest, und Dietmar und Günther haben sich sogar ein Überraschungsmenü einfallen lassen, das jedoch in letzter Minute noch etwas abgeändert wurde.

Richy hat nämlich ein besonderes Talent, das Suchen von Steinpilzen, an den Tag gelegt und gleich zahlreiche Prachtexemplare aus seinem Wald gezaubert. So gab es natürlich Steinpilzrisotto als zweiten Gang.

Bei der illustren Runde waren Richys Ehefrau Christl, Tochter Selina und deren Freundin Britt sowie Günthers und Dietmars Ehefrauen natürlich auch mit dabei. Die Überraschungstorte, ein After-Eight-Kuchen, stammte aus den kundigen Händen von Waltraud Tschurtschenthaler, Besitzerin des Pyramidencafés in Oberwielenbach und Autorin des bei Athesia erschienenen Buchs „Wallys Kuchenzauber“.

Ganz zur Überraschung von Günther Gang, der den Kuchen – mit kunstvoll gefertigtem 65er darauf – in Auftrag gegeben hatte, entpuppte sich Wally als absoluter Richy-Müller-Fan, was den Kuchen noch etwas süßer schmecken ließ. Gemeinsam feierte die kleine Runde bis spät in die Nacht in Dietmars Hotel Valserhof – immerhin hatte man sich vieles zu erzählen.

Wanderung zur Rodenecker Alm

Am nächsten Tag folgte dann eine gemütliche Wanderung zur Rodenecker Alm, auf der Richy noch nie zu Besuch war. „Richy möchte immer etwas Neues sehen und ist immer wieder aufs Neue von Südtirol begeistert“, erklärt Gang, der mit Richy bereits den nächsten Südtirol-Urlaub besprochen hat. Es wird eben niemals langweilig im Leben des Schauspielers.

Adrenalin in seiner Freizeit

Dass Langeweile für Richy Müller keine Option ist, erkennt man auch an seinen Hobbys. Müller hat nämlich ein Faible fürs Tempo, für den Motorsport, und sein Herz schlägt für Zuffenhausen – für Porsche, für die der Mime auch Markenbotschafter ist. Zwischen 2011 und 2013 gab er beim Porsche-Cup sogar selbst Gas und trat in derselben Zeit als fachkundiger TV-Experte beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans auf – ein Highlight im Rennkalender.

Seine Begeisterung für die Marke Porsche hat Richy auch in die „Tatort“-Drehbücher mit eingebracht. Nicht umsonst geht Kommissar Thorsten Lannert im Porsche-Oldtimer auf Verbrecherjagd. Der 911 Targa von 1975 ist längst Kult geworden, und privat fährt Müller sogar ein Filmdouble des Wagens – ebenfalls in Schokobraun, aber von 1977. „Meiner Meinung nach ist das Auto die Schimanski-Jacke des 21. Jahrhunderts“, scherzt Müller.

Wenn es mal nicht um Film oder Motorsport geht, dann engagiert Müller sich als Botschafter für „Arche IntensivKinder“ und wurde mit dem Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg von Ministerpräsident Winfried Kretschmann für sein soziales Engagement ausgezeichnet.
Der nächste Auftritt von Richy Müller ist im „Tatort: Der Welten Lohn“ zu sehen am Sonntag, 1. November, um 20.15 Uhr in der ARD.

d

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