Und ja! Auf dem Blättermarkt im Ortskern von St. Ulrich, der jährlich am Tag nach dem Kirchweihfest in St. Jakob stattfindet – so auch am Montag –, waren Birnen an vielen Ständen zu haben. Als Deko aus Filz und eigens fair in Nepal angefertigt (Weltladen), als Schlüsselanhänger oder Ohrringe (Rodelclub Lueses Gherdëina), als herbstliche Köstlichkeit inklusive roter Clownsnase (Verein Comedicus), mit roter Rose (Ski Club Gröden) oder mit einer süßen Versuchung (Hockey Club Gherdëina – Gröden). Und natürlich auch aus Holz, gedrechselt und schön mit Schleifchen verziert. In allen Größen. Selbst Schulklassen versuchten, die traditionsumwobenen Birnen an den Mann zu bringen.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1226097_image" /></div> <h3> Was aber hat es nun mit den Grödnern und den Birnen auf sich?</h3>„Ursprünglich waren es vor allem die Grödner Mäher, die den besonders fleißigsten Rechnerinnen des Sommers als Dank eine Birne schenkten“, erklärte Bea Insam, Geschäftsführerin des Tourismusvereins St. Ulrich. <BR /><BR />Im Lauf der Jahrhunderte hat die gesamte Bevölkerung diesen sympathischen Brauch aufgegriffen. Und von jenem Zeitpunkt an ging es um Romantik. Früher schenkten vor allem Junggesellen ihren Auserwählten eine Birne vom Blättermarkt. Die Beschenkten hatten bis Ostern des darauffolgenden Jahres Bedenkzeit. War sie mit einer Beziehung einverstanden, färbte sie Ostereier als Gegengabe. Diese durfte sich der Birnen-Kavalier dann bei ihr abholen. Heute sind die Birnen ein Zeichen von Sympathie, Liebe und Wertschätzung. „Und wehe, die eigene Ehefrau erhält keine Birne“, schmunzelte ein Grödner. <BR /><BR />Der Blättermarkt selbst lockte wieder zahlreiche Besucher aus nah und fern an. Und auch zahlreiche Spatzen-Fans, die am vergangenen Wochenende in Kastelruth geschunkelt hatten, waren bei diesem Traditionsmarkt anzutreffen.