Heute befassen wir uns mit dem Sternbild Skorpion.<BR /><BR />Die Legende erzählt von zahlreichen Geschichten, die der Auslöser waren, dass der Skorpion und der Himmelsjäger Orion aneinandergeraten sind. Am Ende ist nicht einmal klar überliefert, wie diese Begegnung ausgegangen ist. In den meisten Überlieferungen wurde Orion in die Ferse gestochen und kam dabei ums Leben. Manche andere Erzählung geht allerdings davon aus, dass es Orion gelungen ist, das giftige Tier vor dessen Stich zu zertreten. Tatsache ist, das die beiden bedeutenden Sternbilder in entgegengesetzten Gegenden des Himmels auftauchen: Sobald der Orion im Westen untergeht, taucht im Osten der Skorpion auf. Orion ist der Herrscher des Winters, der Skorpion führt den Sommer an.<BR /><BR />Kaum ein Sternbild des Nordhimmels dehnt sich über weitere Teil des Himmels aus als das Sternbild Skorpion. Der Sommer ist sein Revier und abends, wenn die Dunkelheit einsetzt, ist in unseren Breitengraden zumindest ein Teil des Skorpions zu sehen. Da dieses Tierkreiszeichen, vor dem die Sonne und die Planeten vorbeiziehen, vor allem in nördlicher Äquatornähe ansehnlich zu beobachten geht, reicht bei uns die Sichtbarkeit nicht aus, dass man auch den Stachel zu Gesicht bekommt.<BR />Aber schon das, was es zu sehen gibt, ist beeindruckend. <BR /><BR />Zentrum dieses Sternbildes ist der Stern Antares, ein ca. 520 Lichtjahre entfernter Roter Riese. Dieser Stern ist ca. 7.000-mal größer als unsere Sonne. Sein Alter entspricht etwa der Entdeckung Amerikas durch Christoph Columbus. Das heißt, dass das Licht, dass uns heute erreicht, zu jener Zeit am Ende des 15. Jahrhunderts abgegangen ist. Seitdem Christoph Kolumbus seinen Fuß in den Sand der Dominikanischen Republik gesetzt hat, war das Licht mit annähernd 300.000 Kilometern in der Sekunde unterwegs und erreicht uns jetzt, wenn wir diesen Stern am Himmel sehen. Wir sehen Antares nicht, wie dieser Stern heute aussieht, sondern, wie Antares zur Zeit von Christoph Columbus„ Abenteuer ausgesehen hat.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="793574_image" /></div> <BR /><BR />Antares trägt einen griechischen Namen, was so gut wie Gegenspieler des Mars heißt. Im antiken Griechenland sah man in der Gestalt des Ares den Gott des Krieges. Die Römer haben die griechische Götterwelt weitgehend übernommen, den einzelnen Akteuren aber römische Namen gegeben. Ares wurde dort zu Mars. Der Zusatz „anti“ heißt in Griechisch so gut wie „Gegenspieler“. Sowohl den Planeten Mars als auch seinen Pendenten aus dem Sternbild Skorpion einigt etwa die Farbe und zu bestimmten Zeiten auch die Lichterscheinung. Derzeit ist Mars wieder stärker im Blickfeld, da ihn die Erde zum Jahresende überholen wird. Dadurch kommt es zu einer nahen Begegnung zwischen den beiden Planeten. <BR /><BR />Nur der obere Teil dieses Sternbildes ist von der Erde aus zu beobachten. Dazu breitet es sich zu sehr nach unten aus. In der nördlichen Äquatornähe ist das gesamte Sternbild zu sehen, das von den Scheren im nördlichen Abschnitt bis zum Stachel des Skorpions reicht. <BR /><BR />Antares ist kraft seiner Masse ein auffälliger Stern derzeit im Süden des abendlichen Firmaments, auf ungefähr der halben Strecke zwischen den in Südtirol überall bestehenden Bergrücken und dem Zenit. Von Antares aus geht ein Bogen von fünf ebenfalls auffälligen Sternen aus, die wie die Finger einer Hand mit Antares am Handrücken aussehen. <BR /><BR /><b>Die Sterne des Tierkreises Skorpion sind durchwegs bemerkenswerter Klasse. Allem voran:</b><BR /><BR />Antares, wissenschaftlich α-Scorpii, ist ein roter Überriese, der sich in Ausmaß und Helligkeit nicht allzu sehr von Beteigeuze im Orion unterscheidet. Beide sind sogenannte Rote Überriesen. Antares dürfte allerding noch größer sein. Würden Beteigeuze an der Stelle der Sonne stehen, würde dieser Riese die Umlaufbahn der Erde erreichen. Antares würde gar die Umlaufbahn des Mars erreichen. Demnach sind für α-Scorpii nur Superlative zu verwenden: 10.000mal heller als die Somme ist Antares, wenn die Oberfläche mit etwa 3.400 Kelvin für einen Stern nicht gerade heiß ist. Schon die Sonne ist mit ihren 6.000° K viel heißer. Demnach leuchtet der Hauptstern des Skorpion auch orangefarben, nicht gelb wie unsere Sonne. <BR /><BR />Begleitet wird Antares von einem extrem heißen Stern, der selbst noch 17ßmal heller als unsere Sonne ist. Dieser Begleiter im Doppelsternsystem ist bei dem Umlauf um den Hauptstern immerhin über 800 Jahre unterwegs. Kein Wunder, ist er doch an die 550 AE (Abstand Sonne-Erde) vom Hauptstern entfernt. <BR /><BR />Gleich wie Beteigeuze steht auch Antares kurz vor einer Umwandlung in eine Supernova. Wann Antares diesen Zustand erreicht, kann nicht genau ermittelt werden. Jedenfalls hat das ausweichende Gas der Sternoberfläche schon mal einen planetarischen Nebel ausgelöst. In planetarischen Nebeln werden rund um einen jungen Stern neue Planeten gebildet. Die Aussichten auf einen nachhaltigen Erfolg sind angesichts der drohenden Supernova denkbar gering.<BR /><BR />Β-Scorpii trägt den Namen Al-Akrab, arabisch für „der Skorpion“. Viele Fixsterne tragen arabische Namen, weil gerade am ausgehenden Altertum arabische Gelehrte das Ruder in der Astronomie übernommen haben. Sie waren es, die den vielen mit freien Auge sichtbaren Sternen einen Namen verliehen haben. Al-Akrab ist ein Sechsfach-Sternensystem, das aus so vielen Fixsternen besteht, die sich gegenseitig umkreisen. Von der Erde aus ist dieses Gewusel als bläulich weißer Lichtpunkt zu sehen. <BR /><BR />Weitere Sterne und deren Beschreibung sind in folgender Tabelle angeführt: <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="793577_image" /></div> <BR /><BR />