Freitag, 06. März 2015

Eklat beim Vorentscheid: Sänger verzichtet auf ESC-Finale

Laut Veranstalter hat es so etwas wohl noch nicht gegeben: Mit Andreas Kümmert verzichtet der Sieger des Vorentscheids auf eine Teilnahme am ESC-Finale. Sein Team geht von einer spontanen Entscheidung aus.

Foto: © APA/EPA

Der deutsche Vorentscheid für den Eurovision Song Contest (ESC) ist mit einem Eklat zu Ende gegangen: Der vom Publikum zum Sieger bestimmte Andreas Kümmert schlug am Ende der Show „Unser Song für Österreich“ die Teilnahme am ESC-Finale aus. „Ich bin nicht wirklich in der Verfassung, diese Wahl anzunehmen“, sagte der 28-Jährige am Donnerstagabend nach der Bekanntgabe des Ergebnisses.

Ann Sophie tritt für Deutschland an

Damit wird die Zweitplatzierte Ann Sophie Deutschland am 23. Mai in Wien vertreten. Die 24 Jahre alte Newcomerin warb anschließend dafür, Kümmerts Entscheidung zu respektieren. „Ich finde das megamutig, dass er in dem Moment so auf sein Herz gehört hat“, sagte Ann Sophie.

Der Vorentscheid wurde live aus Hannover übertragen. Der für die Show verantwortliche NDR war von Kümmerts Entscheidung komplett überrascht worden. „Wir haben da mit offenem Mund gestanden“, sagte ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber. Es sei Kümmerts Idee gewesen, beim ESC dabei zu sein, betonte er.

Versagten die Nerven?

Das Team um Kümmert verwies nach der Show auf den öffentlichen Wirbel, dem der Sänger ausgesetzt sei. „Die Lampe ist zu groß, die da angeht“, sagte Siggi Schuller von der Plattenfirma Universal in einem ARD-Video. „Er hat alles gegeben und irgendwann festgestellt, dass er es einfach nicht packt.“ Er glaube, Kümmert habe einfach spontan entschieden.

Moderatorin Barbara Schöneberger akzeptierte auf der Bühne Kümmerts Entscheidung und erklärte Ann Sophie zur Siegerin. Sie habe Kümmert abgenommen, dass er nicht tief in die ESC-Maschinerie eintauchen wollte, sagte Schöneberger nach der Show. „Der hat Angst.“

Gewann "Voice of Germany"

Der 28-Jährige hatte vor einem Jahr die Castingshow „Voice of Germany“ gewonnen. Der pummelige Brillenträger mit dem roten Bart wirkte stets in sich gekehrt, brillierte aber mit seiner souligen Stimme in Joe-Cocker-Manier.

dpa

stol