Heute geht es um Entfernungen im All. <BR /><BR />Die Weiten des Weltalls sind unermesslich. Wer nachts mit freiem Auge in den Sternenhimmel schaut, sieht an und für sich nur die nähere Umgebung der Sonne. Selbst die nächste Galaxie der Milchstraße, der Andromeda-Nebel, ist nur als fahles Wölkchen zu erahnen. Dabei sind die Ausmaße dieser Zusammensetzung aus Milliarden von Sternen enorm. <BR /><BR />Bereits die nächsten Sterne sind so weit von der Erde entfernt, dass es Schwierigkeiten bereitet, sich davon eine Vorstellung zu machen. Das folgende Modell soll dazu verhelfen:<BR /><BR /> Das Planetensystem und die Sonnenumgebung werden dazu im Maßstab 1 zu 140 Milliarden verkleinert. Das Sonnensystem wäre damit noch auf einem sehr eingeschränkten Raum unterzubringen. Die Sonne selbst hätte einen Durchmesser von einem Zentimeter. In 108 cm Abstand stünde die knapp 1 Millimeter große Erde, in etwa 5,5 Metern Abstand der 1,4 Millimeter große Jupiter und in 52 Metern Abstand der 0,015 Millimeter große Pluto. Das gesamte Sonnensystem samt Oort’sche Wolke hätten im vorgegebenen Maßstab demnach in ca. 6 Metern Entfernung Platz.<BR /><BR />Zugegeben, der Maßstab 1:140 Milliarden ist extrem reduzierend. Wir verkleinern unsere Sonne, die immerhin einen Durchmesser von knapp 1.400.000 Kilometern misst, auf einen Zentimeter zurück und stellen dieses Objekt auf den Bozner Waltherplatz. Die nächsten Sterne im All würden sich – auf Europa verteilt – nicht ganz in Florenz (Proxima Centauri) bzw. nahe Grosseto (Bernards Pfeilstern) befinden. Die Größen (ca. 1 Zentimeter) weichen nicht allzu sehr von der Sonne ab. Dass es bei solchen Abständen nie zu Kollisionen zwischen Sternen kommt, leuchtet ein.<BR /><BR />Nun gilt es darum, den nächsten Stern unserer Sonne, die wir auf 1 mm geschrumpft haben, ausfindig zu machen. Von Europa aus ist dieses Sternsystem Proxima Centauri am Himmel nicht zu sehen, da es am Südhimmel steht. Und auch dort ist dieses Planetensystem (inzwischen sind drei so genannte Exoplaneten bekannt) mit freiem Auge nicht auszumachen, da es mit etwa 11 mag für eine Ortung viel zu dunkel ist (das Auge kann bei besten Bedingungen Sterne bis 8 mag erkennen). Proxima Centauri, der 1915 entdeckte nächste Stern zur Sonne, wäre in unserem Maßstab ein Stern mit 9 Millimetern und stünde – von Bozen aus gesehen – knapp vor Florenz. Proxima Centauri ist ein Sonnensystem, das aus mehreren Komponenten besteht, die umeinanderkreisen. Dabei stehen derzeit die Doppelsterne Alpha Centauri A und B etwas weiter entfernt von der weiteren Komponente, die landläufig Proxima Centauri. Das System beherbergt auch noch mindestens drei Planeten. <BR /><BR />Noch kleiner als Proxima Centauri ist Bernards Pfeilstern, der nächste Im Bunde der unmittelbaren Nachbarn der Sonne. Dieser kleine Stern im Sternbild Ophiuchus (Schlangenträger) ist noch einmal dunkler als Proxima Centauri, steht in Äquatornähe am Sternhimmel und fällt durch seine beträchtliche Eigenbewegung auf. In unserem Maßstab wäre Bernards Pfeilstern ein Objekt mit wenigen Millimetern Durchmesser auf der Höhe von Grosseto in der südlichen Toskana. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="833570_image" /></div> <BR /><BR />Weitere Nachbarn unserer Sonne sind unter anderem der 8,6 Lichtjahre entfernte Sirius (Alpha Canis Majoris A) im Großen Hund, der nicht unbemerkt bleibt, sondern sogar der hellste von der Erde aus sichtbare Stern ist. In unserem Modell würde der ca. 1,7 Zentimeter große Sirius nicht weit von Köln entfernt liegen.<BR /><BR />Ebenfalls auffällig in Sonnennähe befindet sich der Stern Prokyon im Sternbild Kleiner Hund, der gerade eben sich anschickt, den Abendhimmel zu erklimmen. Prokyon wäre nicht allzu vier größer als die Sonne (in unserem Modell 1 cm groß) und würde in Luftlinie gesehen, rund um Cagliari auf Sardinien liegen. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="833573_image" /></div> <BR /><BR />Beteigeuze, der Hauptstern des Sternbildes Orion, liegt ca. 520 Lichtjahre von der Sonne entfernt am Himmel. Das Licht, das uns heute von Beteigeuze erreicht, ist nicht lange nach der Entdeckung Amerikas durch Christophorus Columbus von diesem Stern in All gesandt worden. Es erreicht die Erde in diesen Tagen. In unserem Modell gibt es keinen Abstand auf Erden, der dellen Position wiedergeben würde. Es würde 4,3 Durchmesser der Erde benötigen, um dessen Position wiederzugeben. Der Abstand würde ungefähr 11,3% des Abstandes Erde-Mond betragen. Allerdings würde dort dann ein Roter Riese mit 8,8 Metern Durchmesser stehen. <BR /><BR />Am Ende sei noch der Hauptstern des Sternbildes Schwan erwähnt, Deneb, der hellste bekannte Stern in unserer Milchstraße. Es handelt sich dabei um einen so genannten Blauen Überriesen, der etwa 3.200 Lichtjahre von unserem Sonnensystem entfernt ist. In unserem Maßstab-Modell würde Deneb mehr als die eineinhalbfache Strecke des Mondabstandes entfernt liegen.<BR /><BR /><BR />