Sonntag, 14. Oktober 2018

Erstes Bratwurst-Hotel eröffnet

Es dürfte der Alptraum eines jeden Vegetariers sein: Schon den Weg zum Hotelzimmer weisen beschriftete blanke Fleischermesser. Im Zimmer selbst empfängt den Gast eine Pop-Art-Tapete mit schrill-bunten Bratwurst-Abbildungen.

Die Nackenrollen im Bett des Hotels haben die Form einer Bratwurst.
Die Nackenrollen im Bett des Hotels haben die Form einer Bratwurst. - Foto: © APA/Reuters

Und wer sich nach stressiger Anreise auf das Bett fallen lässt, dem dürfte kaum die über dem Bett baumelnde Bratwurst entgehen. Klar, dass auch die Nackenrolle einer Riesen-Bratwurst gleicht.
„Träumen unter dem Bratwurst-Himmel“ – dazu lädt seit diesem Herbst das wohl erste Bratwursthotel Deutschlands in Georgensgmünd in der Nähe von Nürnberg ein.

Eröffnet hat es der fränkische Metzgermeister Claus Böbel. Und dem ist klar, dass sein Haus nicht gerade zur bevorzugten Herberge von Anhängern fleischloser Kost werden dürfte. „Polarisierung ist mein Geschäftsmodell. Entweder die Gäste finden das cool oder sie sagen: „Nie wieder““, stellt der 48-jährige Metzgermeister klar.

Metzgereien sterben aus

Das Hotel mit sieben Zimmern steht direkt neben Böbels hip gestyltem Metzgerladen, den er in dritter Generation führt. Der Sanierungsbedarf hat den verheirateten Vater zweier erwachsener Töchter schließlich im vergangenen Jahr dazu bewogen, aus dem früheren Gasthof ein Bratwursthotel zu machen. 700 000 Euro hat er in das Gebäude investiert.

Hinter der Marketingstrategie steckt Böbels kühle Einschätzung: Um sich von Supermärkten zu unterscheiden, müsse er „Erlebnisse“ schaffen.
Letztlich geht es um das Überleben der Betriebe: So war im Jahr 2016 die Zahl der selbstständigen Metzgereien in Deutschland nach Zahlen des Deutschen Fleischer-Verbandes (DFV) um 361 zurückgegangen – im Schnitt gab damit fast täglich ein Metzgereibetrieb auf.

dpa

stol