Letzter Auslöser für den Schulterschluss von Familienallianz und Initiativgruppen war die Aussage von Landeshauptmann Arno Kompatscher, den Mensadienst für die Schüler sollten künftig Freiwillige übernehmen. <BR /><BR />Dieser Vorschlag sei nicht durchdacht und als flächendeckendes Angebot in vielen größeren Gemeinden nicht durchführbar, sind sich Andrea Perger (Initiativgruppe Bildung Qualität Südtirol) und Christa Ladurner (Allianz für Familie) einig. „Das Beispiel zeigt auf traurige Weise den Stellenwert, den Bildung und Betreuung in Südtirol haben“, so Perger. <BR /><BR /><embed id="dtext86-71113145_quote" /><BR /><BR />Gemeinsam erheben die Organisationen nun die Stimme für „zukunftsfähige Bildung und Betreuung“. Christa Ladurner wird deutlich: „Wir brauchen ein System, das klar und gut aufgestellt ist und das weiß, wo der Weg hingehen soll. Dazu braucht es einen Plan – und das ist das große Manko. Es reicht nicht, bei Problemen mit Pflasterlen zu kommen. Unser aller Ziel muss die gesunde Entwicklung aller Kinder sein.“<h3> Wie bringt man die Verantwortlichen zum Handeln?</h3>Der gemeinsame Appell an Bildungslandesrat Philipp Achammer: die Ausarbeitung eines strategischen Planes. Und zwar eines Planes, der den „ganz neuen Problematiken“ wie beispielsweise heterogene Klassen und fehlender Nachwuchs Rechnung trage. <BR /><BR />„Derzeit ist alles Stückwerk – auch weil die Kompetenzen verteilt sind und sich so keiner für ein Gesamtkonzept verantwortlich fühlt“, sagt Perger. Der Unterricht ist Sache von Achammer, das Personal jedoch von Landesrätin Magdalena Amhof, die Nachmittagsbetreuung fällt in das Ressort von Landesrätin Rosmarie Pamer und für den Mensadienst sollen die Gemeinden sorgen. <BR /><BR />Doch wie bringt man die Verantwortlichen zum Handeln? Südtirols Lehrer gehen wie berichtet zum Protest über. Die Ankündigung, wenn sich nicht Grundlegendes – auch in Sachen Grundlohnerhöhung – tut, dann finden im kommenden Jahr keine Schulausflüge statt, wird ab Herbst Realität: „Wir starten wie geplant, denn noch gibt es keine Erfolge zu feiern“, so Perger. <BR /><BR />Hier allerdings ist die Familienallianz draußen: „Bei den arbeitsrechtlichen Voraussetzungen mischen wir uns nicht ein. Die angekündigten Maßnahmen der Lehrer bleiben für uns aber auf jeden Fall der falsche Weg“, so Ladurner. <BR /><h3> Was Bildungslandesrat Philipp Achammer sagt</h3><b>Südtirols Lehrer ziehen auch kurz vor Schulbeginn ihre Protestmaßnahmen nicht zurück. Wie finden Sie das?</b><BR /><KeinAbsatz></KeinAbsatz>Philipp Achammer: Ich habe von Anfang an gesagt, dass ich hinter den Forderungen der Lehrkräfte stehe, aber nicht hinter den angekündigten Protestmaßnahmen. Wir werden am kommenden Dienstag nun in der Landesregierung die Richtlinien für die strukturelle Lohnanpassung gutheißen. Und es wird auch die versprochene Erhöhung des Reallohnes geben. Das sollte Grund genug sein, die Proteste anzupassen. <BR /><BR /><embed id="dtext86-71113149_quote" /><BR /><BR /><b>Bei der Erhöhung der Reallöhne bleiben die Lehrer skeptisch. Versprochen, so sagen sie, wurde schon viel ...</b><BR />Achammer: Die Lehrer werden sehen, dass wir diesmal Fakten schaffen. Wir arbeiten in der Landesregierung an einem konkreten Vorschlag, den wir im Oktober auf den Tisch legen wollen. Auch mit den konkreten Geldmitteln und einer zeitlichen Perspektive. Ein erstes Treffen dazu mit den Gewerkschaften wird es ganz bewusst noch vor Schulbeginn geben.<BR /><BR /><embed id="dtext86-71113164_quote" /><BR /><BR />Bildung die Löhne nicht nur an die Inflation anpassen, sondern real erhöhen wollen. Denn uns ist bewusst, dass wir zu den höheren Gehältern in diesen Bereichen in anderen Regionen, insbesondere im Norden Südtirols aufschließen müssen, wenn wir bei uns die Qualität bewahren wollen. Ansonsten wandern Fachkräfte ab und wir verlieren qualitativ an Boden. <BR /><BR /><b>Stichwort Qualität: Nicht nur von Lehrerseite kommt die Forderung nach einem strategischen Plan für eine zukunftsfähige Bildung und Betreuung...</b><BR />Achammer: Wir arbeiten auch hier an umfassenden Vorschlägen, die im Herbst auf den Tisch kommen sollen.