Donnerstag, 31. August 2017

"Es zeigt mir, dass ich etwas richtig gemacht habe"

Vorbild für die heutige Jugend sein: Das ist nicht immer einfach, besonders in Sachen Ehrenamt und Kirche. Matthias Stuefer aus dem Sarntal gehört zu den Menschen, die dafür nun ausgezeichnet werden.

Jugendpreisträger Matthias Stuefer und die 1. Landesleiterin der SKJ Filippa Schatzer.
Jugendpreisträger Matthias Stuefer und die 1. Landesleiterin der SKJ Filippa Schatzer.

Südtirols Katholische Jugend (SKJ) vergibt seit 1988 jedes Jahr den Jugendpreis an Personen, die durch ihren ehrenamtlichen Einsatz in der kirchlichen Kinder- und Jugendarbeit Vorbild für die heutige Jugend sein können. In diesem Jahr erhält Matthias Stuefer aus dem Sarntal den Preis. Er war viele Jahre in Südtirols Katholischer Jugend tätig und stand dieser vier Jahre lang als 1. Landesleiter vor - neben seiner beruflichen Tätigkeit ist er aktives Mitglied in verschiedenen ehrenamtlichen Vereinen. Ein Gespräch: 

Sie sind im Sarntal, aber auch auf Landesebene in Südtirols Katholischer Jugend tätig gewesen. Wie sind Sie zur Kinder- und Jugendarbeit gekommen?“

Matthias Stuefer: In Sarnthein gab es eine Jungschargruppe aber keine SKJ-Gruppe. Der Pfarrgemeinderat war der Meinung, dass es eine Jugendgruppe braucht und daraus ist die Idee entstanden eine SKJ-Ortsgruppe zu gründen. Hannes Rechenmacher war damals im Jugenddienst tätig und hat das Vorhaben unterstützt. Ich war ab der Gründung im Ausschuss mit dabei. Es war eine tolle Truppe und die Ortsgruppe besteht immer noch. 

Was war damals Ihre Motivation?

Stuefer: Es gab schon viele Vereine, wo du gewertet bzw. bewertet wurdest und es fehlte eine Gruppe, wo du ganz einfach nur du sein konntest. Das spielte für mich eine große Rolle. 

Welche Erlebnisse sind Ihnen von der SKJ-Zeit in Erinnerung geblieben?

Stuefer: Ganz besonders in Erinnerung geblieben ist mir das Projekt Hahnebaum. In der Zeit, als ich 1. Landesleiter war, wurde das Selbstversorgerhaus Hahnebaum errichtet. Ein Haus zu bauen ist etwas Besonderes und daran bin ich gewachsen. Ansonsten gab es Treffen mit verschiedenen Persönlichkeiten, die einem in Erinnerung bleiben. Besonders sind es aber die Treffen mit Menschen, bei denen man sich auf der gleichen Ebene begegnet ist, wie z.B. beim Eurolager. Schön war es natürlich auch zu sehen, dass durch dein Tun neue Gruppen entstanden sind.

Gibt es Unterschiede in der Arbeit vor Ort und auf Landesebene?

Stuefer: Vor Ort weiß man, was gebaucht wird und man bekommt gleich eine Rückmeldung. Auf Landesebene gibt es viel mehr Wünsche, es ist alles viel größer. Es ist auch schwer zu erahnen, was gut ankommt. Die Rückmeldungen kommen nicht so direkt.

Wie wichtig sind die drei Säulen von Südtirols Katholischer Jugend?

Stuefer: Die erste Säule „Jung sein“ ist wichtig gewesen. Jetzt verbinde ich damit, du selber sein. Das tun, was im Moment richtig ist. Die zweite Säule „Christlich sein“ ist mir sehr wichtig. Aus diesem Grund habe ich kirchlich geheiratet. „Solidarisch sein“, die dritte Säule, ist wichtiger denn je. Es gibt so viel Armut vor der Haustür und die zu uns kommt. Da kann man nicht einfach wegschauen.

Ist es schwierig junge Menschen für das Ehrenamt zu begeistern?

Stuefer: Ich glaube in Südtirol trifft das nicht zu. Ehrenamt ist etwas, was man freiwillig und mit Freude macht. Wir haben so viele Vereine in Südtirol. Es wird von jungen Menschen sehr viel getan. Solange Leute mit Freude für andere Gutes tun, sehe ich da kein Problem. Vielleicht hat man den Eindruckt, dass es schwieriger ist junge Menschen fürs Ehrenamt zu begeistern, weil es früher nur die Feuerwehr und die Musikkapelle in den Dörfern gegeben hat und jetzt ist das Angebot viel größer.

Wie ist es den Jugendpreis zu bekommen?

Stuefer: Als ich den Anruf bekam und mir gesagt wurde, dass ich heuer den Jugendpreis bekommen soll, hab ich gefragt, ob ich die Kriterien schon erfülle, um den Preis zu bekommen. Ich fühle mich wirklich sehr geehrt. Obwohl ich der Meinung bin, dass es so viele Leute gibt, die im Kleinen sehr viel leisten und im Hintergrund arbeiten und durch diese Arbeit das große Ganze erst möglich machen.
Diese Auszeichnung zeigt mir, dass ich etwas richtig gemacht habe in meinem Leben und das freut einen immer.

Interview: Heidi Gamper

 

stol